Personalentwicklung: Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen erfolgreich weiterbilden

Personalentwicklung ist in Zeiten des gesellschaftlichen Wandels entscheidend. Gutes Personal an das eigene Unternehmen zu binden, stellt viele Arbeitgeber oft vor Herausforderungen. Für viele ist mittlerweile nicht mehr das Gehalt entscheidend, sondern vor allem die Perspektive. Eine wichtige Rolle spielt hier die kontinuierliche Weiterentwicklung der Mitarbeiter. Hier ist auch noch Bedarf: Nur knapp 50 % der befragten Arbeitnehmer gaben an, dass ihr Unternehmen sie hinreichend unterstützt. Zeit zu handeln.

Knapp 20 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland bilden sich fort. Diese Zahl liegt laut dem Statistischen Bundesamt seit Jahren auf dem gleichen Niveau. Dabei sind durchaus viel mehr Menschen an einer Weiterbildung interessiert. Viele werden aber von den hohen Kosten für Weiterbildungen abgeschreckt. Nicht selten fallen vierstellige Beträge für die Personalentwicklung dabei an.

Und dann stellen sich die Meisten die Frage, ob eine bessere Ausbildung den Verdienst signifikant erhöht. Dabei gibt es diverse Möglichkeiten, um es nicht allein finanzieren zu müssen – von der Finanzierung durch den Arbeitgeber oder auch durch den Staat. Jeder kann bei der Personalentwicklung einen Beitrag leisten, wenn konkrete Ziele festgelegt werden.

Die Generation Y und ihre Folgen

Interessant wird die Herausforderung für die Arbeitgeber besonders mit der Generation Y. Die zwischen 1980 und 1999 geborene Generation, auch Millenials genannt, hat heute ganz andere Prinzipien als die Generationen zuvor. So kommt es in der Gesellschaft zu einem Wandel, bei dem ein anderer Fokus gesetzt wird.

Klassische Anreizmechanismen der alten Schule funktionieren bei ihnen nicht mehr: So reichen gute Bezahlung, Karrieremöglichkeiten und eine gute Ausstattung wie ein Firmenwagen für sie nicht mehr aus, um sie im Unternehmen zu halten. Ist die Hierarchie zu straff und die Gestaltungsräume zu gering, kommt es bei den jungen Arbeitnehmern schnell zur inneren Kündigung. Sie wünschen sich zunehmend flexiblere Arbeitsbedingungen, die Familie, Hobbies und Beruf unter einen Hut bringen.

Das Besondere an der Generation: Sie ist geprägt durch Ereignisse einer unsicher gewordenen Umwelt durch Ereignisse wie Finanzkrisen und der hohen Arbeitslosigkeit in Europa. Auf der anderen Seite stehen dieser Generation dank hervorragender Bildung und Globalisierung viele Türen offen. Gerade sie lassen sich durch neue Bildungsmöglichkeiten enger an die Unternehmen binden. Das macht die stetige Personalentwicklung so wichtig.

Laut einer Umfrage des Zukunftsinstituts möchten sich 75 % der Generation Y immer wieder weiterbilden – und stellen diesen Anspruch natürlich auch an ihre Arbeitgeber. Gerade die High Potentials wollen nicht stehen bleiben, sondern ständig dazulernen. Seit einigen Jahren nimmt die Verweildauer in einigen Firmen stark ab. Bekommen sie nicht, was sie wollen, können sie jederzeit die Jobs wechseln. Das schreckt Arbeitgeber natürlich ab.

Je größer das Unternehmen, umso größer das Angebot

In großen Konzernen haben es die Führungskräfte erkannt und sich auf die Millenials eingestellt: Ohne eine adäquate Weiterbildung der Mitarbeiter wachsen keine Nachfolger heran – sie müssen stattdessen teuer eingekauft werden. Deshalb stellen viele dieser Unternehmen ihrer Belegschaft ein umfangreiches Weiterbildungs-Portfolio zur Verfügung. Dazu gehören externe Weiterbildungsmöglichkeiten wie Kongresse, Seminare oder Kurse, interne Schulungen, gezieltes Coaching oder auch bezahlter Fernunterricht.

Das Ziel dieser Maßnahmen ist es, die Fähigkeiten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit den Anforderungen bestimmter Aufgaben besser aufeinander abzustimmen. Das geschieht über Schulungen oder Weiterbildungen. So lassen sich die Mitarbeiter dort einsetzen, wo sie ihre Stärken am besten einsetzen können. Auf der anderen Seite versuchen die Konzerne so etwas gegen den Fachkräftemangel zu tun. Entsprechende Schulungen sollen ausgewählte Mitarbeiter zu Fachkräften weiterbilden, um so das eigene Potenzial zu nutzen.

Passen der Job und die Kompetenzen nicht zusammen, leiden sowohl die Angestellten als auch das Unternehmen. Auf lange Sicht führt das zu einer hohen Unzufriedenheit beim Arbeitnehmer und das wiederum bringt Produktivitätseinbußen für den Arbeitgeber mit sich. Außerdem sollten ihm Möglichkeiten geboten werden, sich weiterzuentwickeln. Davon profitiert nämlich auch der Arbeitgeber. Studien belegen, dass jeder fünfte Erwerbstätige mit seinem Job unzufrieden ist. Personalentwicklung kann da Wunder bewirken.

Personalentwicklung: Lohnt sich das für Unternehmen?

In kleinen und mittelständischen Unternehmen ist dieses Denken nicht so ausgeprägt. Kein Wunder: Weiterbildungen kosten Geld, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen können in der Zeit nicht arbeiten und ein Mehrwert wird von den Vorgesetzten oder dem Management häufig nicht gesehen. Dabei denken die Unternehmen häufig zu kurzsichtig. Denn Mitarbeiterschulungen sollten als wertvolle Investition in die Zukunft und nicht aus der Perspektive der reinen Kostenstelle gesehen werden.

Stetige Personalentwicklung ist wichtig!

Die Fortbildung der Belegschaft zahlt sich am Ende immer aus – und erhöht die Bindung der Angestellten an das Unternehmen. Je mehr sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit dem Unternehmen identifizieren und je mehr Anerkennung ihnen zuteilwird, umso enger ist die Bindung an das Unternehmen.

Oft bringen qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihr Know-how nicht nur im Arbeitsalltag ein, sondern geben es auch an ihre Kolleginnen und Kollegen oder das Management weiter. So kommt die Weiterbildung auch dem Unternehmen zugute. Und mit entsprechend qualifizierten Angestellten werden die Unternehmensziele eher erreicht. Mit zunehmendem Alter verlieren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer jedoch das Interesse an ihrer beruflichen Entwicklung, da wichtige berufliche Schritte bereits erreicht wurden und der Fokus nicht mehr so stark im Bereich der Weiterentwicklung und des Aufstiegs liegt.

Boom der Weiterbildung

Das Geschäft der Weiterbildung boomt. Immer mehr Anbieter schießen aus dem Boden. Doch hier ist Vorsicht geboten – nicht immer stimmt das Verhältnis von Qualität und Preis. Fernunterricht, E-Learning, Präsenzweiterbildungen – es werden viele Möglichkeiten geboten und es gilt, die passende für sich selbst zu finden. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Vertrieb können beispielsweise ihr Verhandlungsgeschick oder das Management trainieren, Office Manager ihre Englisch-Kenntnisse vertiefen. Diese Beispiele zeigen, dass auch eine Weiterbildung oder ein ergänzendes Studium dem Arbeitgeber helfen.

Kurbelt der Vertrieb die Umsätze dadurch an, sind die Kosten für den Arbeitgeber schnell wieder drin. Wenn das Front Office durch die besseren Sprachkenntnisse ein besseres Verhältnis zu den internationalen Kunden aufbaut, profitiert im Umkehrschluss auch das Unternehmen. Du siehst: Personalentwicklung kann auf vielen Wegen positiv wirken.

Ran an die Töpfe

Bezahlt der Arbeitgeber jedoch die Weiterbildung, verpflichten sich Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer häufig zu Bindungsklauseln, d. h. sie müssen dann noch eine bestimmte Zeit im Unternehmen bleiben. Eine andere Finanzierungsmöglichkeit beruflicher Weiterbildung ist die Bezuschussung durch den Staat. Hier gibt es viele bundesweite Fördertöpfe, die ganz unterschiedliche Arten und Themen von Weiterbildungen oder Coaching bezuschussen oder teilweise sogar ganz übernehmen.

Generell gilt: Die Kosten für eine Weiterbildung können von der Steuer abgesetzt werden. Bei Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern erkennt das Finanzamt bis zu 1.000 Euro pauschal als Werbungskosten an. Allerdings gibt es bei den Förderprogrammen auch gewisse Einschränkungen: wer zu viel verdient oder ein bestimmtes Alter überschritten hat, erhält keine Unterstützung. Die Bedingungen sind also immer individuell zu klären.

Die oncampus GmbH bietet die Möglichkeit, an verschiedenen staatlichen Fachhochschulen berufsbegleitende Online-Fernstudiengänge und Online-Weiterbildungskurse zu belegen. Und mit jedem Modul können Weiterbildungsteilnehmer Credit Points nach dem ECTS erwerben und erhalten außerdem ein Hochschulzertifikat.

So können Vorgesetzte und Entscheider das Niveau der Weiterbildung klar zuordnen und somit die Qualität der Personalentwicklung sicherstellen. Zur Wahl stehen beispielsweise Bachelor- und Masterstudiengänge in Informatik, BWL, Tourismus oder Maschinenbau oder Weiterbildungen in Marketing, Projektmanagement, Soft Skills, Tourismusmanagement, Mitarbeiterführung oder Medizintechnik. Für jeden ist etwas dabei. Auch unsere Selbstlernkurse können bei der Entwicklung helfen. Von Rhetorik über E-Business oder Marketing bis hin zur Informatik ist alles dabei. Schau doch mal rein und mach‘ mehr aus deinem Talent.

Darüber hinaus bietet oncampus regelmäßig kostenfreie Webinare zum Thema Bildungsförderung an. Darin kannst du mehr über die Förderungen des Bundes und auch auf Landesebene lernen. So findest du die optimale Förderung für deine persönliche Situation – und deine persönliche Personalentwicklung.

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