Finanzbildung: Wie du deine Altersvorsorge richtig gestaltest!

Finanzbildung

Das Interesse an den Themen Altersvorsorge und Finanzbildung ist bei den Deutschen nicht besonders ausgeprägt. Dabei ist es enorm wichtig, auch privat für die Zukunft vorzusorgen, denn der demografische Wandel in Deutschland ist in vollem Gange. Seit Anfang 2016 gilt Deutschland laut einer UN-Studie offiziell als überaltert. Und das bedeutet, dass das Rentensystem in seiner bisherigen Form nicht mehr funktionieren kann. Private Altersvorsorge ist daher wichtiger denn je. Wir geben dir ein paar Tipps, worauf du dabei achten musst und zeigen dir, dass das Vorsorgen fürs Alter gar nicht so kompliziert ist, wie du vielleicht glaubst.

Finanzbildung für die Altersvorsorge

Deutschland ist überaltert: Mehr als 21 Prozent der Gesellschaft sind über 65 Jahre alt. 4,5 Millionen Deutsche sind sogar älter als 80 Jahre – und der Trend wird sich auch in Zukunft weiter fortsetzen. Mit einem Durchschnittsalter von 45,7 Jahren liegt Deutschland derzeit weltweit auf dem zweiten Platz des Altersrankings, nur Japan hat mit 48,4 Jahren eine noch ältere Gesellschaft.

Neben vielen anderen Nachteilen, die der demografische Wandel für uns mit sich bringt, ist eines besonders wichtig für die Zukunft eines jeden einzelnen von uns: Unsere bisherige Altersvorsorge durch das Rentensystem funktioniert nicht mehr. Denn das deutsche Rentensystem baut darauf auf, dass jüngere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die Rente von Älteren mitfinanzieren, die bereits in ihrem wohlverdienten Ruhestand sind.

Um dem demografischen Wandel gewissermaßen entgegenzuwirken, hat die deutsche Regierung den Entschluss gefasst, das Rentenalter schrittweise auf 67 Jahre anzuheben. Ein erster Schritt, um die nächsten Jahre zumindest noch ausreichend Rente auszahlen zu können. Dennoch können sich vor allem junge Menschen heute nicht mehr sicher sein, eine ausreichend hohe Rente zu beziehen, wenn das Rentenalter erreicht wurde.

Was bedeutet der demografische Wandel für deine Altersvorsorge?

Die Konsequenz daraus ist ganz klar: Um in deinem wohlverdienten Ruhestand nicht am Existenzminimum leben zu müssen, musst du dich privat um deine Altersvorsorge kümmern. Je früher du damit anfängst, desto besser.

Doch ganz ehrlich: Es gibt spannendere Themen als die unzähligen Anlage- und Vorsorgemöglichkeiten für die Zukunft. Dass das Interesse an privater Altersvorsorge in Deutschland nicht besonders groß ist, zeigt auch eine Studie des IfD Allensbach. Knapp 30 Prozent der Befragten gaben an, sich kaum oder gar nicht für ihre finanzielle Absicherung in der Zukunft zu interessieren, 28,7 Prozent sind zumindest mäßig interessiert. Nur rund 12 Prozent haben besonderes Interesse an diesem Thema.

Es ist absolut verständlich, dass die komplexen Vorsorgemöglichkeiten wie Tages- und Festgeldkonten, Riester-Renten oder Lebensversicherungen bis hin zu aktien- oder fondsbasierten Vorsorgemöglichkeiten einen erst einmal überfordern. Klar, es gibt ja auch einfach eine Riesen-Auswahl. Trotzdem lohnt es sich, dich einmal genauer mit den verschiedenen Optionen der Finanzbildung zu beschäftigen. Du wirst bald sehen, dass alles gar nicht so kompliziert ist, wie du es im ersten Moment vermutest . Und für deine gesicherte Zukunft lohnen sich die paar Stunden investierte Zeit allemal, das solltest du dir immer vor Augen halten!

Diese Vorsorgemöglichkeit bringt dir wirklich was!

Wenn es um verschiedene Vorsorgemöglichkeiten geht, sind die klassischen versicherungsbasierten Vorsorgemodelle oder Tages- und Festgeldkonten in den vergangenen Jahren immer mehr ins Hintertreffen geraten. So sorgen beispielsweise die niedrigen Zinsen derzeit dafür, dass dein fleißig erspartes Geld auf dem Tages- oder Festgeldkonto langfristig nicht an Wert gewinnt. Im Gegenteil: Durch die Inflation kann es mit der Zeit sogar weniger wert sein. Und die guten alten Versicherungen fallen häufig schon durch ihre immensen Kosten raus. Du brauchst Jahre bis du – trotz Zinsen – auf deine Einzahlungsbeträge kommst. Denn die ersten Jahre sind durch Kosten und Provisionen für deine Beraterin oder deinen Berater und das Versicherungsunternehmen geprägt.

Immer mehr Expertinnen und Experten raten aus diesen Gründen zum aktienbasierten Vorsorgen für die Zukunft. Bei einigen werden jetzt bestimmt gleich die Alarmglocken schrillen. Aktien? Das ist doch viel zu unsicher! Was, wenn die Börsenkurse in den Keller rutschen und ich mein ganzes Geld verliere? Doch bevor die große Panik ausbricht, solltest du das Thema Aktien mal etwas genauer unter die Lupe nehmen. Denn es spricht sogar einiges dafür, in Aktien zu investieren, allen voran die hohe Rendite, die mit anderen Vorsorgeprodukten so nicht zu erreichen ist. Und auch, wenn alles auf den ersten Blick sehr kompliziert aussieht – du wirst sehen, dass die Altersvorsorge mit Aktien viel weniger komplex ist, als du das vielleicht im ersten Moment erwartest.

Das Thema Sicherheit ist wohl der größte Angstfaktor, wenn es um die Investition in Aktien geht. Denn natürlich kann es passieren, dass die gekauften Aktien an Wert verlieren und du unter Umständen sogar Verlust machst. Trotzdem kannst du die Risiken schon beachtlich minimieren, wenn du einige wichtige Fakten und Grundregeln beachtest. Welche genau das sind, zeigen wir dir jetzt.

Fakt 1: Früh starten und regelmäßig sparen

FinanzbildungMit der Altersvorsorge durch Aktien solltest du so früh wie möglich starten, um den Zinseszins-Effekt zu nutzen. Das bedeutet, dass du die Zinsen, die du auf dein Kapital erhältst, immer wieder mit anlegst. Im ersten Moment klingt das vielleicht nach einer Kleinigkeit, aber wenn du die Zinsen jedes Jahr für zehn bis zwanzig Jahre oder sogar mehr wieder anlegst, entsteht so eine immense Summe, auf die du im Alter nicht verzichten möchtest.

Außerdem solltest du wenn möglich von Vornherein regelmäßig sparen. Leg am besten einmal im Monat einen Betrag zur Seite, den du in Aktien investieren möchtest. Auch wenn der Betrag noch so klein ist und du vielleicht denkst, es lohne sich gar nicht: Investiere ihn in deine Altersvorsorg! Denn ein kleiner Betrag kann sich bei der Rendite am Aktienmarkt schon deutlich bemerkbar machen. Kostenlose Sparpläne von Direktbanken erleichtern hier die Anlage enorm.

Fakt 2: Kosten, Steuern und Rendite beachten

Du solltest dir bewusst sein, dass auch bei Aktien Kosten und Steuern anfallen, denen du Beachtung schenken solltest. Wie hoch die Kosten sind, unterscheidet sich je nach Anbieter. In der Regel zahlst du einen kleinen Betrag pro Transaktion. Deshalb sollten Transaktionen bewusst durchgeführt werden. Steuern werden ab dem Freibetrag von 801 € pro Person fällig. Auf alle Gewinne, die darüber hinausgehen, zahlst du 25 Prozent Abgeltungssteuer sowie den Solidaritätszuschlag (und eventuell die Kirchensteuer). Macht in Summe 26,375 Prozent fällige Steuern. Das ist natürlich nicht wenig, aber noch lange kein Grund, nicht in Aktien zu investieren. Denn in der Regel erzielst du trotzdem eine höhere Rendite als bei den anderen Vorsorgeprodukten.

Trotzdem sind die Kosten natürliche in Faktor, die du vor der Anlage immer im Hinterkopf behalten solltest. So schmälern beispielsweise teure Aktien-, Anleihen oder gar Mischfonds mit ihren hohen Kosten die Erträge.

Fakt 3: Inflation

Von Inflation wird gesprochen, wenn sich die allgemeinen Preise von Gütern erhöhen. Generell wird im Euro-Gebiet mittelfristig eine Inflation von zwei Prozent angestrebt, also eine Erhöhung der Güterpreise um zwei Prozent. Das bedeutet, wenn du heute 100 € zur Verfügung hast, dass diese bei einer Inflation von zwei Prozent nach einem Jahr nur noch 98 € wert sind. Du kannst also in einem Jahr weniger für dein Geld kaufen. Aktuell die Inflationsrate stark an, was sich in der Summe der Jahre dann auch bemerkbar macht.

Bei der Berechnung deiner tatsächlichen Rendite solltest du also die Inflationsrate nicht vergessen. Das gilt natürlich auch für die anderen Vorsorgeprodukte. Nehmen wir das Festgeldkonto als Beispiel, wird deutlich, dass sich dieses Produkt bei der geplanten Inflation von zwei Prozent nicht als Vorsorgemaßnahme für die eigene Rente eignet. Im März 2017 liegt der Zinssatz für Festgeldkonten mit hoher Rendite bei ca. einem Prozent.

Fakt 4: Streue deine Investitionen

Auch am Aktienmarkt gibt es mehr oder weniger risikofreudige Produkte. Du musst also kein hohes Risiko eingehen, wenn du das nicht willst. Das Risiko kannst du ganz einfach dadurch minimieren, dass du deine Investitionen streust. Eine Strategie ist es hier zum Beispiel, viele verschiedene Aktien von unterschiedlichen Unternehmen, Branchen und Ländern zu kaufen. Mit Hilfe dieser sogenannten Diversifikation kann dir eine Krise in der deutschen Automobilbranche nicht so viel anhaben, als wenn du beispielsweise nur auf VW-Aktien gesetzt hättest.

Am einfachsten geht das, wenn du in Exchange Traded Funds, sogenannte ETFs, investierst. Das sind kostengünstige Fonds, die einen Index wie beispielsweise den DAX abbilden. Im Vergleich zu traditionellen Investmentfonds werden sie nicht von einer Fondsmanagerin oder einem Fondsmanager betreut, sondern passiv verwaltet. Dadurch lassen sich die Gebühren sehr niedrig halten. Pro Jahr kosten die Anteile zwischen 0,1 und 0,8 Prozent, während aktive Fonds oftmals zwischen 1 und 3 Prozent plus etwaigen Ausgabeschlägen liegen. Je nach Index hast du dann bis zu 1.600 Unternehmen in einem ETF-Anteil, der momentan um die 50 Euro kostet. Auch wenn ETFs heute noch nicht so bekannt sind, solltest du dich auf jeden Fall mal genauer mit dieser kostengünstigen Anlageform auseinander setzen.

Altersvorsorge: Nicht so kompliziert, wie du denkst!

Wie du siehst ist auch Altersvorsorge kein Hexenwerk und mit ein wenig Recherche und Literatur wirst auch du schon in kürzester Zeit die wichtigsten Grundzüge verstehen. Wichtig ist, dass du dir einmal richtig Zeit nimmst und dir die verschiedenen Optionen genau anschaust. Hast du dann erst einmal investiert, hält sich der Aufwand in Grenzen und du kannst deinem Renteneintritt in finanzieller Hinsicht wesentlich entspannter entgegen sehen.

Wenn wir jetzt dein Interesse geweckt haben, haben wir noch ein paar richtig gute Tipps für dich, wie du dich in puncto Vorsorge besser aufstellen kannst.

Online-Kurse, die dich weiterbringen

FinanzbildungKnapp und intensiv: Innerhalb von 34 Minuten lernst du alles, was du über Aktien wissen musst, um ein eigenes Depot zu führen. Zusätzlich wird dir ein persönliches Vorsorge-Modell an die Hand gegeben, mit dem du dir privat ein Vermögen aufbauen kannst. Dafür ist der Online-Kurs „Geld anlegen für später“ mit Finanzexperte Sebastian Tonn, bekannt aus RTL und Bild.de, wie gemacht.

Du kannst also direkt mit einem konkreten Vorsorgeplan loslegen und musst dich nicht erstmal intensiv in die verschiedensten Unternehmen einarbeiten, um darauf aufbauend entscheiden zu können, welche Aktien die besten sind. Perfekt für alle, die es gerne einfach und effektiv mögen!

 

FinanzbildungBesonders spannend für alle mit Kindern oder Enkelkindern ist der Kurs „Geld anlegen für Kinder und Enkel“ von Sebastian Tonn. Statt auf ein klassisches Sparbuch ohne Zinsen zu setzen, sollte für die Kinder und Enkelinnen und Enkel ein Sparplan aufgesetzt werden, der über mindestens zehn Jahre laufen sollte. Auch dieser Kurs erklärt einfach und praxisorientiert, worauf es ankommt!

 

Wenn du es lieber etwas tiefgehender und komplexer magst, dann bietet Honorarberaterin Annette Weiss einen sehr umfangreichen Online-Kurs zur Finanzbildung an. Dort lernst du von der Pike auf, worauf du bei der Geldanlage und Altersvorsorge achten solltest und kannst dann top informiert und vorbereitet deine persönliche Altersvorsorge in die Hand nehmen.

 

Blogs, Bücher, Podcasts und Co.

Du bist überzeugt, dass Aktien die richtige Wahl für deine Altersvorsorge sind und willst ein paar Hilfestellungen haben? Mittlerweile gibt es viele gute Bücher, die das Thema sehr anschaulich erläutern. Ein wunderbares Grundlagenbuch nennt sich „Der Aktien- und Börsenführerschein“ von Beate Sander und bringt dir sehr anschaulich das Thema Geldanlage näher. Auch das Buch „Der Finanzwesir“ gibt dir einen umfassenden Überblick über die Geldanlage in all‘ ihren Facetten. Das beste Buch aus wissenschaftlicher Sicht ist der Bestseller „Souverän investieren in Indexfonds und ETFs“ von Dr. Gerd Kommer.

Aber auch kostenloses Wissen für deine Finanzbildung gibt es mittlerweile zuhauf. Blogs wie Der Finanzwesir oder Finanzrocker, anschauliche YouTube-Kanäle wie Finanzfluss oder auch finanzielle Grundlagen-Podcasts wie „Der Finanzwesir rockt“ geben dir einen sehr guten Überblick. Schau doch dort mal vorbei.

 

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