Richtig fotografieren – Tipps und Tricks für Einsteiger

Ein Foto sagt mehr als tausend Worte. Immer mehr Menschen begeistern sich für das Fotografieren, nicht zuletzt weil gute digitale Kameras heute schon zu bezahlbaren Preisen erhältlich sind. Doch das Angebot im Internet und den Elektronikfachmärkten ist riesig. Da ist man als Laie oft überfragt. Richtig fotografieren geht nur langsam. Begriffe wie ISO, Blende, Verschlusszeit und verschiedene Brennweiten sind gerade für Einsteiger nicht immer leicht zu durchschauen. Und hat man dann das richtige Modell gefunden, geht es auf die Jagd nach dem „perfekten“ Foto. In diesem Artikel zeigen wir dir, worauf es beim Kamerakauf ankommt und geben dir Tipps an die Hand, was du beim Fotografieren beachten solltest.

Wie wähle ich die richtige Kamera aus?

Als Einsteiger in das Thema Fotografie steht man zunächst vor der Herausforderung, die für sich passende Kamera zu finden. Gar nicht so einfach bei der riesigen Auswahl verschiedener Hersteller und Modelle. Zumal du als Anfänger erst mal das „Fachvokabular“ durchschauen musst. Gibt man den Begriff Digitalkamera bei Google ein wird schnell klar: Preislich bewegt sich eine neue Kamera zwischen ein paar hundert und ein paar tausend Euro – hier gilt es, das für deine Bedürfnisse passende Preis-Leistungs-Verhältnis zu finden.

Wofür möchtest du deine Kamera nutzen?

Zunächst solltest du dich fragen, welche Ansprüche du an deine Kamera hast. Soll sie dich nur gelegentlich auf Urlauben begleiten und Schnappschüsse festhalten, oder planst du, dich ausführlich mit Fotografie zu beschäftigen? Professionelle Fotografinnen und Fotografen werden sicherlich mit einer günstigen Kamera schnell an ihre Grenzen stoßen, während die Funktionen für Hobbyfotografen vielleicht völlig ausreichend sind. Es macht keinen Sinn, in eine sündhaft teure Fotoausrüstung zu investieren, wenn du die Funktionen der Kamera nicht alle nutzt. Denn eine teure Kamera allein macht noch kein gutes Foto – man muss die Raffinessen auch einzusetzen wissen. Suche dir daher lieber eine Fotokamera aus, die deinen Bedürfnissen entspricht – das muss nicht immer die teuerste sein.

In direktem Zusammenhang mit dem Einsatz deiner Kamera solltest du dir noch über ein paar weitere Aspekte Gedanken zu deinem Einstieg in die Fotografie machen:

Welche Größe soll die Kamera haben?

Von handlich-klein bis groß und mehrere Kilo schwer gibt es hier Alles. Man unterscheidet zwischen Klein-, Mittel- und Vollformat-Kameras, die sich neben Größe und Gewicht auch in der Sensorgröße unterscheiden. Generell gilt: je größer der Sensor, desto besser ist die Qualität. Allerdings steigt damit auch der Preis. Auch hier ist es wichtig, dir über den Einsatz deiner Kamera Gedanken zu machen. Wenn du sie beispielsweise mit auf eine Wanderung nehmen möchtest, macht es einen erheblichen Unterschied, ob die Kamera ein paar hundert Gramm oder mehrere Kilogramm wiegt.

Möchtest du verschiedene Objektive verwenden?

Makro-Objektive für Nahaufnahmen, Weitwinkel-Objektive für Landschaften oder Objektive wie ein Fish Eye für ungewöhnliche Aufnahmen – das Objektiv-Angebot für Kameras ist sehr vielseitig. Generell verfügt fast jede Spiegelreflexkamera über einen Objektivanschluss, auch Kameramount genannt, auf den du das benötigte Objektiv aufschrauben kannst. Hier lohnt sich ein Blick auf die Preise, wenn du später den Kauf von zusätzlichen Objektiven erwägst: die Objektive verschiedener Hersteller schwanken teils erheblich in Preis und Qualität. In jedem Fall können Objektive deine Möglichkeiten in der Fotografie erweitern.

Bei einer Kompaktkamera hingegen ist das Objektiv in der Kamera fest verbaut und kann nicht gewechselt werden. Das Objektiv umfasst meist einen optischen Zoom. So bist du zwar in den Einsatzmöglichkeiten beschränkt, musst allerdings auch keine zusätzlichen Objektive mit dir herumtragen und fährst preislich zudem wesentlich günstiger.

Wie sollen die Fotos weiterverarbeitet werden?

Fotos können im JPEG oder im unverarbeiteten RAW-Format aufgenommen werden. Heutzutage bietet fast jede Kamera diese Funktion. Wenn du deine Fotos im Nachhinein bearbeiten möchtest, solltest du das RAW-Format wählen, da die Bildqualität dadurch umkomprimiert bleibt und der Farb- und Dynamikumfang besser zu handhaben ist.

Ist die Kamera auch für schlechtes Wetter geeignet?

Diese Frage ist besonders wichtig, wenn du mit deiner Kamera viel in der freien Natur fotografieren möchtest. Manche Hersteller bieten besonders robuste Kameragehäuse an, die resistenter gegen Schmutz, Staub und Wasser sind. Günstiger sind alternativ auch Kameraschutzhüllen, die es von vielen Anbietern zu kaufen gibt.

Was willst du mit den Fotos später machen?

Die Auflösung eines Fotos ist sehr wichtig und gewinnt noch mehr an Bedeutung, wenn du deine Fotos später in größerem Format ausdrucken möchtest. Denn nur wenn in einer sehr guten Bildqualität fotografiert wurde, sieht das Foto auch in Großformaten scharf aus. Neben den Megapixeln sind gerade auch bei schlechteren Lichtverhältnissen die Sensorgröße und die Verarbeitung der Megapixel pro Bild wichtig. Auch auf Farbgetreuheit, Sensorrauschen und den Dynamikumfang solltest du achten. Möchtest du beispielsweise ein professionelles Bild mit 300 DPI auf A3-Format ausdrucken, solltest du mit mindestens 16 Megapixel fotografieren. Die Abkürzung DPI steht übrigens für „dots per inch“ (Punkte pro Zoll) und beschreibt die Auflösung eines gedruckten Bildes.

Möchtest du Videos aufnehmen?

Viele Kameras sind nicht nur auf Fotografie beschränkt: sie haben auch eine Funktion zum filmen integriert. Wenn du also mit deiner Kamera auch Videos aufnehmen möchtest, achte darauf, ob diese Funktion bei dem Modell deiner Wahl möglich ist. Außerdem gibt es auch hier Unterschiede in der Auflösung. Auch hier gilt: je besser die Auflösung, desto teurer die Kamera.

Richtig fotografieren ist gar nicht so einfach.

Wie wähle ich das richtige Objektiv aus?

So groß wie das Angebot an Kameras ist, so groß ist auch die Auswahl bei den Objektiven. Und nicht selten kosten diese mehr als die Kamera selbst, denn in ihnen steckt oft teures Glas und viel Präzisionsarbeit bei der Herstellung. Kameras werden meist im Set mit einem Objektiv inklusive angeboten. Wenn du jedoch auf hohem Niveau Aufnahmen wie Makroaufnahmen, Landschaftsportraits oder ähnliches machen möchtest, brauchst du dafür jeweils ein extra Objektiv.

Worauf du bei der Auswahl des Objektivs achten solltest und was ein gutes Objektiv ausmacht, zeigen wir dir jetzt.

Hohe Lichtstärke

Die Lichtstärke meint den größten Blendenwert des Objektivs. Normalerweise liegt dieser zwischen F1.2 und F5.6. Je kleiner der Wert, desto lichtstärker ist auch das Objektiv und desto höher der Preis. Besonders vorteilhaft sind lichtstarke Objektive bei schlechtem Licht oder in der Sportfotografie, bei der man mit kurzen Verschlusszeiten arbeiten muss. Der Blendenwert allein ist aber nicht entscheidend. Wichtig ist auch die Bildqualität, welche das Objektiv auf dem kleinsten Blendenwert abbilden kann.

Gute Verarbeitung und Robustheit

Objektive sind von Natur aus sehr empfindlich und müssen immer gut gepflegt werden. Wenn du sehr viel in der freien Natur fotografierst, kann sich die Investition in ein hochwertiges Objektiv lohnen, das besonders gegen Staub und Spritzwasser geschützt ist. Wäge auch hier beim Kauf immer Aufwand und Nutzen ab.

Automatik vs. Manuell

Objektive von bekannten Herstellern wie Canon, Nikon oder Sigma verfügen fast immer über eine vollständige Automatik und damit elektronische Schnittstelle zur Kamera. Das heißt, dass Blende oder Fokus u.a. elektronisch eingestellt werden. Andere Kamera-Anbieter wie beispielsweise Voigtländer stellen ausschließlich manuelle Objektive her. Bei diesen muss Blende und Fokus händisch eingestellt werden. Für Einsteiger in die Fotografie eignet sich die Automatik-Variante in der Regel besser, da nicht so viele Einstellungen vorgenommen werden müssen.

Festbrennweite oder Zoomobjektiv

Eine weitere Entscheidung, die du beim Kauf von Objektiven treffen musst, ist die, ob du eine Festbrennweite oder ein Zoomobjektiv bevorzugst. In der Regel weisen Festbrennweiten eine höhere Lichtstärke auf, was für Viele ein Kaufkriterium ist. Allerdings bist du dann beim Fotografieren eingeschränkt. Flexibler ist daher ein sogenanntes Zoomobjektiv mit flexibler Lichtstärke. Noch mehr kreativen Spielraum bietet ein Zoomobjektiv mit fester Blendenzahl, allerdings sind diese auch deutlich teurer.

Bildstabilisierung

Um verwackelte Fotos zu vermeiden, verfügen viele Objektive über eine eigene interne Bildstabilisierung. Diese lohnt sich besonders, wenn du Fotos mit geringer Verschlusszeit machen möchtest, wie das zum Beispiel bei Sportfotografie der Fall ist.

So wählst du das richtige Motiv

Soweit zur Theorie. So kompliziert die vielen technischen Begriffe auch scheinen mögen, es lohnt sich, sich damit zu beschäftigen. Denn wenn deine Kamera technisch für dich optimal ausgerüstet ist, kannst du damit in der Praxis deine Foto-Ideen kreativ umsetzen.

Vorab sei gesagt: das perfekte Bild liegt im Auge des Betrachters und ist immer Geschmacksache. Die Kunst der Fotografie ist wie die Malerei sehr subjektiv. Dennoch gibt es ein paar Kriterien, die du bei der Motivwahl im Hinterkopf haben solltest, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen.

1) Bildkomposition: Wie sind die Elemente im Bild angeordnet? Welches Objekt steht im Fokus? Zieht ein Punkt beispielsweise besonderes Aufmerksamkeit auf sich? All das sind Aspekte, die du bei der Wahl des Bildausschnittes beachten solltest.

2) Fokus: Einhergehend mit der Bildkomposition sollest du dich fragen, ob dein Foto einen besonderen Fokus haben soll und was du mit diesem ausdrücken möchtest.

3) Stimmung des Bildes: Welche Stimmung soll beim Betrachten deines Fotos rüberkommen? Je nachdem, ob du z.B. eine fröhliche Stimmung oder eher etwas düsteres einfangen möchtest, musst du das Motiv wählen.

4) Geschichte des Bildes: Möchtest du mit deinem Foto eine Geschichte erzählen? Was soll der Betrachter des Bildes erkennen? Wenn du dir über diese Fragen Gedanken machst, erleichtert dir das die Suche nach einem passenden Motiv.

5) Besonderer Moment: Besonders interessant sind Fotos natürlich, wenn du es schaffst, einen einmaligen oder speziellen Moment einzufangen. Ein besonderes Event steht an? Dann plane am besten schon vorher genau, wie du die Aufnahme festhalten möchtest. Manchmal hat man aber auch einfach nur Glück und drückt gerade im perfekten Moment auf den Auslöser.

6) Polarisieren: Spannend sind auch solche Bilder, die polarisieren. Oft sind es genau diese Motive, die angeregt diskutiert werden, da die Meinungen oft extrem unterschiedlich sind. Überlege dir, welche Botschaft du dadurch vermitteln möchtest.

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Richtig fotografieren: Übung macht den Meister

Diese Aspekte der Motivauswahl sind nur einige wenige Beispiele. Diese Aufzählung kann man noch beliebig weiterführen. Aber du siehst: je mehr du dir darüber Gedanken machst, was du mit deinem Foto ausdrücken möchtest, desto interessanter wird meist auch das Endergebnis. Vielleicht siehst du dir auch mal eine Ausstellung einer berühmten Fotografin oder eines berühmten Fotografen an und lässt dich inspirieren (z.B. im Museum für Photographie in Braunschweig, im Museum für Fotografie in Berlin oder im Haus der Photographie in Hamburg). Oder tausche dich auf sozialen Netzwerken wie Twitter, Facebook, Pinterest oder Instagram mit Gleichgesinnten aus. Sei nicht enttäuscht, wenn du deine Ideen am Anfang nicht genau so umsetzen kannst, wie du dir das vorgestellt hast. Mit der Zeit und zunehmender Übung wirst du die Kunst der Motivwahl immer besser verstehen. Mit den Jahren wird dein Auge immer geschulter für die richtigen Momente. Und manchmal hilft auch einfach ein bisschen Glück für das perfekte Timing.

Was fotografierst du?

Es gibt eine Vielzahl von Fotografiearten wie Landschaftsfotografie, Sportfotografie, Hochzeitsfotografie, Portraitfotografie oder Reisefotografie. Jede einzelne Art beschreibt besondere Momente, welche wir einfangen können. Probiere dich an verschiedenen Arten aus, gehe raus und sieh, was dir Spaß macht. Denn Technik und Theorie hin oder her: Spaß an der Fotografie ist der wichtigste Aspekt und hat schon so manchen Laien in die professionelle Fotografie avanciert. Du wirst sehen: wenn du deiner Kreativität freien Lauf lässt, werden einzigartige Bilder entstehen.

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