Arbeitssicherheit im Betrieb und Büro: Ohne geht‘s nicht

Arbeitssicherheit im Betrieb und Büro spielt eine wichtige Rolle! Denn wer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat, ist auch für deren Wohlergehen verantwortlich. Gerade in der stressigen Arbeitswelt von heute gilt das umso mehr. Gesunde Beschäftigte leisten nicht nur bessere Arbeit, sondern haben auch weniger Fehlzeiten – das wirkt sich positiv auf die Produktqualität aus. Das Thema Arbeitssicherheit sollte daher für jedes Unternehmen in jedem Bereich an erster Stelle stehen. Ob Erste Hilfe, Brandschutz oder Arbeitsschutz – zur Arbeitssicherheit zählt eine Vielzahl von Maßnahmen, die wir dir in diesem Artikel vorstellen.

Arbeitssicherheit – ein Muss für jeden Betrieb

Das Thema Arbeitssicherheit im Betrieb und Büro stand lange nicht auf dem Plan von Unternehmen. Gerade zu Zeiten der Industrialisierung hatten Angestellte keinerlei Rechte. An mindestens sechs Tagen in der Woche wurde geschuftet, und das für 15 bis 18 Stunden täglich. Von Urlaubstagen konnten Angestellte damals nur träumen, denn frei gab es maximal an gesetzlichen Feiertagen. Auch die Beschäftigung von Minderjährigen und Arbeit ohne jegliche Schutzausrüstung waren an der Tagesordnung. Angestellte wurden verheizt, bis gar nichts mehr ging – und fielen dann nicht selten komplett aus.

Heute haben Unternehmen glücklicherweise erkannt, dass die Sorge um das Wohlergehen ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen verantwortungsvollen Arbeitgeber ausmacht. Und es ist nicht nur der soziale Aspekt, der zählt. Es ist auch wirtschaftlich notwendig, Maßnahmen zur Arbeitssicherheit zu ergreifen. Denn jeder ausgefallene Angestellte kostet Geld – durch Fehlzeiten, die Suche nach Ersatz, Produktionsausfälle, Verwaltungskosten usw. Studien haben sogar ergeben, dass die Produktqualität abnimmt, wenn Maßnahmen zur Arbeitssicherheit und zum Gesundheitsschutz nur unzureichend umgesetzt werden.

Das Arbeitsschutzgesetz

Nicht zuletzt hat auch der Gesetzgeber mit dem Gesetz über die Durchführung von Maßnahmen des Arbeitsschutzes zur Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes der Beschäftigten – kurz Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) – eine gesetzliche Grundlage geschaffen. Der Arbeitgeber ist demnach verpflichtet, die Gefährdung der Gesundheit am Arbeitsplatz zu beurteilen und auf dieser Grundlage dann die entsprechenden Arbeitsschutzmaßnahmen zu ergreifen. Die Angestellten haben im Gegenzug dazu die Pflicht, den Anweisungen Folge zu leisten. Tun sie das nicht, führt das zu arbeitsrechtlichen Konsequenzen – bis hin zur fristlosen Kündigung.

In Deutschland gilt seit über 100 Jahren im Arbeitsschutz das sogenannte „Zwei-Säulen-Modell“: während die Gesetze vom Bund gemacht werden, liegt es an den einzelnen Bundesländern, deren Einhaltung zu überwachen. Neben diesen beiden Hauptakteuren spielen aber auch noch Unfallversicherungsträger, Krankenkassen, Gewerkschaften, Berufsgenossenschaften und Arbeitgebende eine wichtige Rolle.

Arbeitssicherheit im Unternehmen

Du siehst also, dass Arbeitssicherheitsmaßnahmen in Unternehmen aus verschiedenen Gründen unumgänglich sind. Unsere heutige Arbeitsgesellschaft ist geprägt durch Schnelllebigkeit und einen enormen Leistungsdruck. Der Schaden, der sich heutzutage durch steigende Stressbelastung für das Bruttoinlandsprodukt ergibt, liegt laut Focus bei etwa 255 Milliarden Euro im Jahr. Da ist es umso wichtiger, dass Unternehmen sich ihrer Verantwortung stellen und für die Sicherheit und Gesundheit ihrer Angestellten sorgen. Denn zufriedene und gesunde Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten besser und motivierter und tragen so letztendlich auch zum Unternehmenserfolg bei.

Doch was gehört eigentlich alles zum Thema Arbeitssicherheit? Und welche konkreten Maßnahmen gibt es, um die Gesundheit und Sicherheit von Angestellten zu gewährleisten? Das erfährst du in den folgenden Abschnitten.

Betrieblicher Gesundheitsschutz

Der betriebliche Gesundheitsschutz ist eine Komponente der Arbeitssicherheit in Unternehmen. Wie der Name schon sagt, hat der er zum Ziel, arbeitsbedingte Gesundheitsstörungen und Berufskrankheiten zu verhindern und damit auch die betriebswirtschaftlichen Kosten durch Abwesenheit des Personals möglichst gering zu halten. Man unterscheidet dabei zwischen zwei verschiedenen Ansätzen: der Verhältnisprävention und der Verhaltensprävention.

Die Verhältnisprävention nimmt die Arbeitsbedingungen genau unter die Lupe. Wie können der Arbeitsplatz und die Arbeitsabläufe optimiert werden, damit die Belastung durch Lärm, Gefahrstoffe usw. verringert oder am besten komplett beseitigt werden kann? Dazu gehören beispielsweise Maßnahmen wie die ergonomische Gestaltung des Arbeitsplatzes, ein angenehmes Raumklima oder eine gute Beleuchtung.

Im Gegensatz dazu setzt die Verhaltensprävention bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an. Sie müssen über eventuelle Gesundheitsgefährdungen informiert und in gesundheitsgerechtem Verhalten gefördert werden. Dafür können vom Unternehmen beispielsweise Trainings zur richtigen Bildschirmarbeit, zum rückenschonenden Sitzen oder auch Massagen oder Schulungen zur Stressbewältigung angeboten werden. Beliebt in größeren Unternehmen sind auch zunehmend Angebote im Betriebssport oder auch Zuschüsse zu Fitnessstudios.

Eine sehr positive Entwicklung kann man in den letzten Jahren in einigen modernen Unternehmen beobachten. Immer häufiger gibt es mittlerweile sogenannte „Feelgood Manager“. Wie die deutsche Übersetzung „Wohlfühlmanager“ schon erahnen lässt, ist es ihre Aufgabe, sich darum zu kümmern, dass sich die Angestellten im Unternehmen wohl fühlen. Auch wenn du dieses Berufsbild auf den ersten Blick vielleicht merkwürdig findest: in der Praxis hat es sich bewährt. Denn wer sich wohl fühlt, leistet auch bessere Arbeit. Auch die Zahl der Krankheitstage und Kündigungen ist bei Unternehmen mit „Feelgood Managern“ niedriger. Eine Win-Win Situation für das Unternehmen und seine Angestellten.

Warum ist Arbeitssicherheit so wichtig?

Trotz aller Vorbeugungs- und Unfallverhütungsmaßnahmen kann es natürlich dennoch immer wieder vorkommen, dass eine Notfallsituation eintritt. Die Gründe dafür können ganz unterschiedlich sein: menschliches Versagen, technische Fehler und Naturkatastrophen sind nur einige Beispiele. Das Spektrum reicht dabei vom einfachen Arbeitsunfall bis hin zu gravierenderen Ereignissen wie Bränden, Explosionen, Gasaustritten, austretenden Chemikalien etc.

Auf solche Situationen muss ein Unternehmen immer vorbereitet sein, damit im Ernstfall schnell und angemessen reagiert werden kann. Daher müssen Abläufe und Notfallpläne entwickelt und immer wieder trainiert werden. Denn: Je besser ein Unternehmen auf solche Herausforderungen vorbereitet ist, desto schneller handlungsfähig ist es im Notfall. So kann ein möglicher Schaden begrenzt werden. Das Management hat auch die Verantwortung, Mitarbeitende zu bestimmen, die im Ernstfall vertretungsberechtigt sind und eigenverantwortlich handeln können.

Erste Hilfe

Falls es zu einem Notfall kommt, müssen Ersthelfer in jedem Betrieb vor Ort sein. Um auch in stressigen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren, sollten sie ihr Wissen in regelmäßigen Schulungen immer wieder auffrischen. Besonders in unfallanfälligen Berufen wie dem Handwerk sollten alle Angestellte – egal ob in der Ausbildung oder bereits Faachkraft – genau wissen, was im Notfall zu tun ist.

Mindestens eine ausgebildete Ersthelferin oder ein ausgebildeter Ersthelfer ist bei einer Mitarbeiterzahl von bis zu zwanzig Personen notwendig. Diese sollten ihr Training alle zwei Jahre in Form einer Fortbildung wieder auffrischen. Bei größeren Verwaltungs- oder Handelsbetrieben müssen fünf Prozent der Belegschaft Erste Hilfe leisten können, bei sonstigen zehn Prozent der anwesenden Versicherten.

Die Gebühren für die Fortbildungen übernimmt die Unfallversicherung – sie verrechnet den Betrag direkt mit der jeweiligen Ausbildungsstelle. So muss der Betrieb nur die Fahrtkosten für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Kosten für die Entgeltfortzahlung übernehmen.

Mehr über die Organisation der Ersten Hilfe im Unternehmen erfährst du hier.

Brandschutz

Auch der Brandschutz zählt zu den Maßnahmen der Arbeitssicherheit. Brände und Explosionen entstehen häufig nur durch kleine Fehler oder Unachtsamkeit, haben aber nicht selten verheerende Folgen für die Produktionsstätte und die dort arbeitenden Angestellten. Das Thema Brandschutz muss deswegen in jedem Unternehmen sehr ernst genommen werden.

Man unterscheidet zwischen vorbeugenden und abwehrenden Brandschutzmaßnahmen. Ersteres versucht die Entstehung eines Brandes im Vorhinein zu verhindern und deren Ausbreitung einzudämmen. Dazu zählen zum Beispiel bauliche Maßnahmen wie Sprinkleranlagen, Rauchmelder, Feuerlöscher und Feuerschutztüren. Aber auch die Planung und Organisation im Falle eines Brandes gehört zum vorbeugenden Brandschutz. Der abwehrende Brandschutz kommt dann zum Tragen, wenn die vorbeugenden Maßnahmen versagt haben. Er ist hauptsächlich Aufgabe der Feuerwehr und umfasst alle Maßnahmen zur Rettung und Löschung im Falle eines Brandes.

Gefahrstoffe

Nicht zuletzt ist auch der Umgang mit Gefahrstoffen ein wichtiger Aspekt der Arbeitssicherheit. Unter Gefahrstoffen versteht man Stoffe, Gemische und Erzeugnisse, von denen eine potenzielle Gefahr ausgeht. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn ein Stoff explosionsfähig oder giftig ist, oder weil bei seiner Herstellung oder Verwendung gefährliche Stoffe freigesetzt werden. Wird in einem Unternehmen mit Gefahrstoffen umgegangen, muss dieses verschiedene gesetzliche Auflagen erfüllen. Denn nur so kann Arbeits- und Umweltschutz gewährleistet werden.

Angestellte, die mit diesen Gefahrstoffen umgehen, müssen deren Eigenschaften genau kennen, um sich selbst und andere bei der Arbeit nicht zu gefährden. So benötigen sie beispielsweise Kenntnisse über den PH-Wert von Stoffen und müssen wissen, wie Säuren und Laugen wirken. Auch die Bedeutung von Gefahrstoffsymbolen und andere Kennzeichnungen müssen ihnen geläufig sein.

Fazit Arbeitssicherheit im Betrieb und Büro

Du siehst: Arbeitssicherheitsmaßnahmen sind nicht nur „nice to have“ – sie sind ein Muss. Ein Unternehmen ist in der Pflicht, sich für die Gesundheit seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aktiv einzusetzen. Viele krankheitsbedingte Ausfälle können schon durch einfache Maßnahmen wie eine korrekte Arbeitsplatzgestaltung verhindert werden. Und sollte es doch einmal zum Notfall kommen, helfen Notfallpläne, eventuelle Auswirkungen zu minimieren. So sparen sich Unternehmen nicht nur Geld, sondern erhalten auch die Produktqualität.

Bilde dich fort: wann und wo du willst

Du bist Arbeitgeberin oder Arbeitgeber und möchtest dich im Thema Arbeitssicherheit weiterbilden? Dann empfehlen wir dir die Schulung in Arbeitssicherheit von oncampus, die dir die Struktur des Arbeitsschutzes in Deutschland näher bringt. Das Ziel des Kurses ist, dir einen Überblick über die Struktur und Organisation des Arbeitsschutzes in deutschen Betrieben zu vermitteln und dich mit allen notwendigen Informationen rund um das Thema Arbeitssicherheit zu versorgen.

Das Gute am Lernen im Internet: Du besuchts kein Seminar, sondern bestimmst selbst, wann du wo dich weiterbilden möchtest. Die Kurse zum Thema Arbeitssicherheit sind online verfügbar und ermöglichen dir eine Schulung ohne starke Auswirkungen auf deinen betrieblichen Ablauf. Folgende Schulungen zum Thema Arbeitssicherheit bietet dir oncampus:

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