Masterarbeit schreiben – so kannst du vorgehen

Die Masterarbeit ist der letzte große Schritt in Richtung deines Masterabschlusses. Während die Bachelorarbeit eher als Einstieg in das wissenschaftliche Arbeiten gesehen wird, ist die Masterarbeit für die Studierenden als ernstzunehmender Beitrag für die Forschung gedacht und international anerkannt. Mit ihr beweist du deine Fähigkeit, eine wissenschaftliche Forschungsfrage ohne Hilfe umfangreich zu bearbeiten. Doch bis zur Abgabe gibt es einiges zu tun. Welche Schritte das sind und was du dabei zu beachten hast, zeigen wir dir in diesem Artikel.

 Masterarbeit schreiben – Schritt für Schritt

Bald hast du es geschafft und dein Masterstudium ist beendet: zum erfolgreichen Abschluss im Studium fehlt dir nur noch deine Masterarbeit. Mit dieser etwa einhundert Seiten umfassenden Abschlussarbeit sollst du beweisen, dass du eine Forschungsfrage wissenschaftlich korrekt bearbeiten kannst. Soviel können wir dir schon mal verraten: es wird einiges an Arbeit auf dich zukommen. Aber mit einem strukturierten Plan ist auch diese Herausforderung gut zu bewältigen. Von der Themenfindung bis hin zur Abgabe deiner Masterarbeit zeigen wir dir hier Schritt für Schritt, wie du deinem großen Ziel immer näher kommst und geben Dir ein paar Tipps und Informationen an die Hand.

Ein Thema finden

Zunächst gilt es erst einmal, ein Thema für deine Masterarbeit zu finden. Was einfach klingt, bedarf doch mehr Überlegung und Recherche als zunächst gedacht. Denn schließlich soll die Fragestellung nicht nur interessant sein, sondern auch mit neuen Erkenntnissen zur Forschung beitragen.

Überlege dir zunächst, welche Sachverhalte dich in den vergangenen Semestern als Student besonders interessiert haben. Gibt es einen Aspekt, den du gerne tiefergehender untersuchen möchtest? Auch ein Gespräch mit deinen Dozierenden kann hilfreich sein. Durch ihre Forschungsaktivitäten können sie dir bestimmt einen Hinweis auf interessante Forschungsfragen oder -lücken geben. Außerdem gibt es die Möglichkeit, deine Masterarbeit in einem Unternehmen zu schreiben. Viele finden es motivierend, an einem konkreten praktischen Fall zu forschen – und gleichzeitig kannst du wertvolle Kontakte für deine spätere Karriere knüpfen.

Die richtige Eingrenzung deines Themas

Wenn du dich einmal für eine grobe Fragestellung entschieden hast, solltest du prüfen, ob sich diese gut auf den ca. 100 dir zur Verfügung stehenden Seiten beantworten lässt. Ist dein Thema zu umfangreich, kannst du dich schnell vom Hundertsten ins Tausendste verlieren. Hast du es jedoch zu stark eingegrenzt, hast du eventuell Probleme, die erforderliche Seitenzahl zu erreichen. Hier gilt es, das richtige Mittelmaß zu finden.

Wichtig: plane für die Suche nach einem geeigneten Thema für deine Abschlussarbeit genug Zeit ein. Denn schließlich wird dich diese in den kommenden Monaten täglich begleiten. Ohne echtes Interesse kann das schnell langweilig werden und du wirst Schwierigkeiten haben, dich zu motivieren.

Deine Masterarbeit anmelden

Wenn du deine Forschungsfrage festgelegt hast, ist der erste große Schritt bereits getan. Mit der Anmeldung geht es jetzt an das Formale: das Einreichen deines Themas beim Prüfungsamt. Dieses wird von Erst- und Zweiprüfer geprüft und genehmigt, insofern keine Einwände bestehen. Und nicht vergessen: Ist das Thema erst einmal bewilligt, kann es nicht mehr geändert und muss genau so auf dem Titelblatt deiner Masterarbeit stehen.

Behalte im Hinterkopf, dass du die Anmeldung deiner Master Thesis erst vornehmen kannst, wenn du alle dafür notwendigen Module bestanden hast. Welche genau das sind, kannst du in deiner Studien- und Prüfungsordnung nachlesen.

Mache dir einen Zeitplan

Mit der Bestätigung des Themas hast du es schwarz auf weiß: das Abgabedatum deiner Masterarbeit. In der Regel hast du für die Bearbeitung vier bis sechs Monate Zeit. Das klingt erstmal noch weit weg und man lässt sich gerne dazu verleiten, es die ersten Wochen gemütlich angehen zu lassen. Versuche diesen Fehler dringend zu vermeiden – denn oft fehlt dir diese Zeit dann am Ende und du gerätst unnötig in Stress. Stelle dir also schon zu Beginn einen Zeitplan auf und setze dir feste Deadlines, bis wann du welche Aufgabe erledigt haben möchtest. Dabei gilt: Plane die Zeiten ruhig großzügig und vergiss nicht, genug Puffer einzubauen, falls doch mal etwas Unvorhersehbares eintritt. So kommst du auch bei ungeplanten Ereignissen nicht in Stress.

Literaturrecherche

Ausgerüstet mit einem Zeitplan kannst du jetzt mit der Literaturrecherche tiefer in dein gewähltes Thema einsteigen. Auf der Suche nach deiner Forschungsfrage sind dir sicherlich schon einige nützliche Werke untergekommen – in diesem Schritt gilt es nun, die wichtigsten Veröffentlichungen zu deinem Thema herauszufiltern. Häufig empfiehlt es sich, mit allgemeineren Werken zu beginnen und zu schauen, auf welche Quellen sich dort bezogen wird. So bekommst du nach und nach einen detaillierten Einblick in die von dir gewählte Thematik.

So findest du gute Literatur

Nutze bei der Literaturrecherche die vielfältigen Möglichkeiten von Studenten, die sich dir heutzutage bieten. Beschränke dich nicht nur auf das Angebot der Bibliothek deiner Hochschule, sondern nutze auch die Auswahl im Internet. Dort gibt es spezielle Datenbanken, in denen wissenschaftliche Veröffentlichungen abgerufen werden können. Häufig bekommst du den Zugang dazu über deine Hochschule kostenfrei. Je nach Thema können auch aktuelle Fachzeitschriften eine Bereicherung für deine Masterarbeit sein.

Sammeln wissenschaftlicher Daten

Nachdem du dich durch die Literaturrecherche über den Stand der Forschung informiert hast, gilt es nun, deine eigene Forschungsleistung zu erbringen. Während deines Studiums hast du verschiedene Methoden kennengelernt, um wissenschaftliche Daten zu sammeln. Überlege genau, welche davon für deine Zwecke am besten geeignet ist und warum. Möchtest du das generelle Meinungsbild abbilden? Dann ist ein Fragebogen eventuell das Mittel der Wahl. Möchtest du Einzelmeinungen einer bestimmten Zielgruppe einfangen? Dann kannst du in Interviews besser ins Detail gehen. Eventuell ist auch eine Mischform zweier Methoden sinnvoll. Die Wahl der Methode zur Datenerhebung ist ein wichtiger Bestandteil des Forschungsprozesses, denn nur mit der richtigen Forschungsmethode kann deine Fragestellung umfassend beantwortet werden. Die Gründe für deine Entscheidung musst du dann auch in deiner Masterarbeit darlegen.

Erstellen einer Gliederung

Die Gliederung ist der logische rote Faden, der sich durch deine Masterarbeit zieht. Sie sollte auf den ersten Blick einen nachvollziehbaren Aufbau erkennen lassen und erleichtert es so der Leserin oder dem Leser, deinen Ausführungen zu folgen. Die Gliederung deiner Abschlussarbeit sollte schon stehen, bevor du mit dem Schreiben beginnst, auch wenn sie sich im Schreibprozess manchmal noch ändern wird. So wird auch das Abarbeiten der einzelnen Gliederungspunkte für dich wesentlich einfacher. Sprich die Gliederung am besten mit deiner Betreuerin oder deinem Betreuer ab – er oder sie kann dir sagen, ob deine Struktur sinnvoll ist.

Deine Masterarbeit schreiben – jetzt geht es los!

Mit den vorangegangenen Schritten hast du schon eine Menge Vorarbeit geleistet. Nun gilt es, mit dem eigentlichen Schreiben zu beginnen und deine Erkenntnisse auszuformulieren. Je sorgfältiger du die ersten Schritte bearbeitet hast, desto leichter wird dir das Schreiben von der Hand gehen.

Für den Erstentwurf deines Textes gilt: mache dir zunächst nicht allzu viele Gedanken über die korrekte wissenschaftliche Formulierung und Rechtschreibung. Wichtiger ist, dass du strukturiert deine Erkenntnisse darlegst und der Inhalt stimmt – der Feinschliff kann warten. Denke jedoch immer daran, dass du als Verfasserin oder Verfasser einer wissenschaftlichen Arbeit darauf achten musst, stets objektiv zu sein. Außerdem ist es wichtig, dass du alle Behauptungen stets kritisch hinterfragst und von verschiedenen Seiten beleuchtest.

Übrigens musst du im Schreibprozess nicht streng deine Gliederung abarbeiten. Im Gegenteil: oft macht es Sinn, die Einleitung beispielsweise am Ende zu schreiben, wenn du einen besseren Überblick über deine Masterarbeit hast. Wenn du ein Kapitel beendet hast, dann geht es jetzt an den Feinschliff: Überlege, ob du Formulierungen verbessern kannst und achte noch einmal genau auf Rechtschreibung und Grammatik.

Formale Anforderungen an die Masterarbeit

Doch nicht nur Inhalt, Grammatik und Rechtschreibung müssen stimmig sein, auch formale Anforderungen gilt es beim Schreiben einer wissenschaftlichen Abschlussarbeit einzuhalten. Im Folgenden zeigen wir dir ein paar grobe Richtlinien – informiere dich aber unbedingt bei deiner Hochschule über die genauen Vorgaben.

  • Umfang: Ca. 60 bis 100 Seiten (Toleranzspielraum ca. +/- 10%)
  • Schriftart: Gängige Schriftarten wie Arial oder Times New Roman
  • Schriftgröße: 12 Punkt, Ausnahme bei Deckblatt, Fußnoten etc.
  • Zeilenabstand: Meist 1,5 bis 2 Punkt
  • Seitenränder: Oben und unten 2 bis 2,5 cm, links 3 cm, rechts 2 cm
  • Blocksatz: Wissenschaftliche Arbeiten sind immer im Blocksatz zu verfassen
  • Nummerierung der Seiten: Durchgängig
  • Ordnungsschema: D.h. Aufbau (Deckblatt, Gliederung, Eidesstattliche Erklärung etc.)

Quellenangaben und Literaturverzeichnis

Ein weiterer wichtiger Punkt ist das richtige Zitieren von Quellen. Hier ist es unabdingbar, dass du dich auf einen Zitierstil festlegst (häufig wird dieser auch von der Hochschule vorgegeben) und diesen konsequent in deiner ganzen Masterarbeit verwendest. Stelle sicher, dass du alle verwendeten Quellen angibst – denn nur so kannst du dich vor eventuellen Plagiatsvorwürfen schützen. Im Literaturverzeichnis am Ende deiner Arbeit müssen nochmals alle Quellen aufgeführt werden – achte auch hier auf die Einhaltung formaler Vorgaben.

Fast geschafft – die Korrektur deiner Masterarbeit

Der letzte Schritt vor Abgabe deiner Masterarbeit ist die Korrekturphase. Plane dafür mindestens zwei Wochen ein. Achte noch einmal darauf, dass die Arbeit einheitlich formatiert ist und keine Rechtschreib- oder Grammatikfehler enthält. Prüfe auch nochmal, ob du alle genutzten Quellen korrekt angegeben hast. Unser Tipp: Bitte zwei Freunde, Verwandte oder Kommilitonen, die Arbeit Korrektur zu lesen. Denn je länger du dich mit der Arbeit beschäftigst, desto eher wirst du „blind“ für Fehler. Alternativ gibt es auch professionelle Anbieter, die Korrekturen für wissenschaftliche Arbeiten anbieten – hier musst du Kosten und Nutzen für dich abwiegen.

Wenn du deine Arbeit in einem Unternehmen geschrieben hast, dann solltest du für die Korrekturphase noch mehr Zeit einplanen. Häufig müssen ein oder mehrere Personen im Unternehmen deine Arbeit lesen und freigeben, bevor sie veröffentlicht werden darf. Besprich auch mit deiner Betreuungsperson, ob eventuell ein Sperrvermerk zu Beginn der Arbeit notwendig ist.

Abgabe

Nun ist es endlich geschafft – deine Masterarbeit ist fertig und muss nur noch abgegeben werden. Je nach Hochschule werden in der Regel zwei bis drei gedruckte und gebundene Exemplare verlangt. Die Korrektur dauert in der Regel etwa zwei Monate und erfolgt durch Erst- und Zweitkorrektor. Sie prüfen, ob du die gewählte Fragestellung mit geeigneten wissenschaftlichen Methoden untersucht und ob du formale Anforderungen eingehalten hast. Auch die Struktur der Arbeit spielt bei der Bewertung eine maßgebliche Rolle. Die finale Note für deine Masterarbeit wird dir dann in der Regel schriftlich zusammen mit einem Gutachten mitgeteilt.

Verteidigung 

Manche Hochschulen fordern zusätzlich noch eine Verteidigung der Masterarbeit. Dort stellst du die Inhalte deiner Arbeit in einer kurzen Präsentation vor deinen Prüferinnen und Prüfern vor und beantwortest im Anschluss kritische Fragen. Unser Tipp: Wenn du das Gutachten vorher einsehen kannst, kannst du dich schon vorher eingehend mit der Kritik beschäftigen und begründen, warum du dich für eine bestimmte Vorgehensweise entschieden hast. So bist du noch besser auf die Verteidigung vorbereitet. Wie viel Prozent die Verteidigung für deine Gesamtnote im Studium zählt, hängt von deiner Studienordnung ab.

Zusammenfassung Masterarbeit

Du siehst: mit der richtigen Vorbereitung ist auch die umfangreiche Masterarbeit kein Hexenwerk. Wichtig ist, dass du jeden der vorgestellten Schritte gründlich bearbeitest. Wenn du bereits bei der Themenwahl gründlich recherchierst, ist das schon einmal die halbe Miete. Mit dieser optimalen Grundlage bist du bestens für die weitere Arbeit an deiner Master Thesis gerüstet und einer gelungenen Arbeit steht nichts mehr im Wege.

Falls du mehr über das wissenschaftliche Arbeiten erfahren möchtest, schau dir doch unseren Selbstlernkurs „Wissenschaftliches Arbeiten“ an. Hier lernst du alles über Hausarbeiten und Abschlussarbeiten für Studenten nach den Richtlinien der Wissenschaft.

Wir wünschen dir gutes Gelingen auf dem Weg zum Master!

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