Grundlagen der Logistik: Ohne läuft nicht viel

Grundlagen der Logistik

Die Grundlagen der Logistik sorgen für eine schöne neue Einkaufswelt: Wer sich im Onlineshop neue Schuhe bestellt, kann sie oft schon am nächsten Tag im heimischen Wohnzimmer einlaufen. Und wenn der Schuh drückt oder einfach nicht gefällt, gehen die Treter einfach postwendend zurück an den Anbieter. Keine Warteschlange an der Kasse, keine Probleme beim Umtausch. Damit das funktioniert, braucht es vor allem eins: eine erstklassige Logistik. Denn nur, wenn von der Beschaffung bis zur Retoure alle Rädchen nahtlos ineinandergreifen, läuft das Geschäft rund. Dementsprechend wichtig ist es, sich mit dem Thema zu beschäftigen.

Überblick Grundlagen der Logistik

Einkaufen „gehen“ war gestern. Schließlich shoppt es sich heute vom heimischen Sofa viel stressfreier und schneller: Am Bildschirm auswählen, per Mausklick bestellen, online bezahlen: Der Internethandel boomt. Im Schnitt werden bundesweit jeden Tag zehn Millionen Pakete verschickt, Tendenz steigend. Eine aktuelle Studie der Telekom-Tochter Paketchef.de prognostiziert, dass die Zahl der Pakete bis 2021 auf mehr als vier Milliarden steigt. Das sind jeden Tag elf Millionen Sendungen. Spediteure, Kurier-, Express- und Paketdienstleister (KEP) haben schon jetzt alle Hände voll zu tun, um die bestellten Produkte zum Empfänger zu bringen. Das wird sich künftig wohl nicht ändern.

Kein Wunder, dass die Logistik nach Automobilwirtschaft und Handel der größte Wirtschaftszweig Deutschlands ist. Und außerdem enorm vielfältig: Logistik ist viel mehr die Auslieferung von Zalando- oder Amazon-Päckchen. Sie steht auch dafür, dass jeden Tag frisches Gemüse im Supermarktregal landet, Organspenden rechtzeitig beim Empfänger ankommen und Hilfsorganisationen nach Naturkatastrophen oder in humanitären Krisengebieten die Bevölkerung zeitnah mit benötigten Gütern versorgen können. Bundesweit kümmern sich darum mehr als 60.000, meist mittelständische Logistik-Unternehmen. Sie erwirtschaften jährlich rund 260 Milliarden Euro und suchen händeringend qualifizierte Mitarbeiter: Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der offenen Stellen im Bereich Transport, Verkehr, Lager und Logistik um mehr als 20 Prozent.

Trotzdem wissen viele Menschen mit dem Begriff Logistik eigentlich nichts rechtes anzufangen. Sie verbinden damit in erster Linie Fließbandarbeit, verstopfte Straßen und verpestete Luft. Das geht völlig in die falsche Richtung, findet Ulrike Grünrock-Kern, Pressesprecherin der Bundesvereinigung Logistik (BVL): „Logistik ist wie der Schiedsrichter beim Fußball: effizient und weitgehend unsichtbar“, sagt sie. Aber eben doch maßgeblich dafür verantwortlich, dass das Spiel rundläuft. Deshalb dürfe die Branche keinesfalls auf die Schlagworte „packen, fahren, lagern“ reduziert werden. „Logistik ist eine Schlüsseldisziplin unserer Wirtschaft und Gesellschaft“, unterstreicht Grünrock-Kern.

Wettbewerbsfaktor Logistik

Warum das so ist? Ganz einfach: Weil hoher Lieferservice, kurze Durchlaufzeiten, geringe Bestände und niedrige Kosten wichtige Hebel für den Unternehmenserfolg sind. Und eine gut organisierte Logistik eine unverzichtbare Grundlage ist, diese Ziele zu erreichen. Einer, der das schon früh verstanden hat, ist Amazon-Chef Jeff Bezos. Er hat die logistischen Prozesse in seinem Unternehmen schon früh in den Fokus gestellt und arbeitet seitdem kontinuierlich daran, sie weiter zu optimieren.

So sorgen beispielsweise in den Logistikzentren des Handelsriesen unter anderem rund 100.000 Roboter dafür, dass Päckchen in Windeseile gepackt und versandfertig sind. LKW-Fahrer können ihre Ware per App im Amazon-Lager mit einem Fingerstreich avisieren und Anlieferungen so schneller und effizienter abwickeln. In einigen deutschen Städten hat der Online-Händler auch die sogenannte letzte Meile gestrafft: Statt Hermes, DHL & Co. mit der Auslieferung der Pakete zu beauftragen, übernehmen das nun eigene Amazon-Fahrer. So will der Handelsriese seine Zustellzeiten noch weiter verbessern.

Die Optimierung logistischer Prozesse ist aber nicht nur im Endkundengeschäft ein wichtiger Faktor. Auch die unternehmensübergreifende Zusammenarbeit profitiert davon. Zum Beispiel in der Automobilindustrie. Denn BMW, VW & Co halten erforderliche Komponenten, die sie zur Produktion ihrer Autos brauchen, längst nicht mehr in eigenen Lägern vor. Stattdessen verlassen sie sich darauf, dass die entsprechenden Zulieferfirmen die einzelnen Teile punktgenau (just in time) und in der richtigen Reihenfolge (just in sequence) ans Band liefern. So umgehen die Hersteller teure Lagerkosten und können wesentlich besser auf die individuellen Kundenwünsche eingehen.

Grundlagen der Logistik: Begriffe, Strukturen und Prozesse
  • Claus Muchna
  • Herausgeber: Springer Gabler
  • Auflage Nr. 12018 (10.11.2017)
  • Taschenbuch: 256 Seiten

Kernaufgaben der Logistik

Die Basis für eine derart reibungslose Zusammenarbeit bildet eine bereichs- und unternehmensübergreifende Planung, Steuerung, Optimierung und Durchführung von Waren- und  Informationsflüssen. Standen dabei früher vor allem Transport -, Lager- und Umschlagvorgänge im Fokus, stellen fortschreitende Globalisierung und Digitalisierung immer neue Anforderungen an die intra- und transportlogistischen Prozesse: Zu den ehemals „sechs R“-Oberzielen der Logistik gesellen sich kontinuierlich weitere hinzu: Es geht nicht mehr nur darum das richtige Produkt, in der richtigen Menge, im richtigen Zustand, am richtigen Ort, zur richtigen Zeit zu den richtigen Kosten bereitzustellen. Inzwischen spielen beispielsweise auch der richtige Service, die richtige Verpackung oder richtige Informationen eine wichtige Rolle, um eine effiziente Wertschöpfung vom Zulieferer bis zum Endkunden zu gewährleisten.

Teilbereiche der Logistik

Eine Vielzahl unterschiedlicher logistischer Spezialgebiete ebnet den Weg dorthin. Denn so verschieden die Aufgaben der einzelnen Unternehmensbereiche sind, so verschieden sind auch die damit verbundenen logistischen Herausforderungen. Zu den Teilbereichen der Logistik zählen beispielsweise die

  • Beschaffungslogistik

    In der Beschaffungslogistik geht es darum, den Weg der Rohstoffe vom Lieferanten zum Eingangslager zu optimieren. Das ist wichtig. Denn, nach wie vor gilt: Im Einkauf wird der Gewinn gemacht. Angesichts zunehmender Konkurrenz aus aller Herren Länder gilt es deshalb von Beginn an, alle Register für einen möglichst geringen Einkaufspreis zu ziehen – zum Beispiel durch ein gezieltes Lieferantenmanagement, Sammelbestellungen aber auch die bereits erwähnten Just-in-time-Lieferungen. Die Beschaffungslogistik steht damit am Beginn der Wertschöpfungskette und verbindet die Distributionslogistik der Lieferanten mit der Produktionslogistik des eigenen Unternehmens.

  • Distributionslogistik

    Die Distributionslogistik umfasst sämtliche Transport-, Lager- und Umschlagaktivitäten der Ware. Ziel ist es, Produkte so schnell und so kostengünstig wie möglich zum Kunden zu bringen. Standortwahl, eine nahtlose Vernetzung von Zulieferern und Kunden sowie die Optimierung intralogistischer Prozesse wie Auftragsabwicklung, Lagermanagement, Versand und Tourenplanung sind dabei wesentliche Aufgaben der Distributionslogistik.

  • Produktionslogistik

    Bei der Produktionslogistik geht dagegen ausschließlich darum, innerbetriebliche Transport-, Umschlag- und Lagerprozesse zu planen, zu steuern und zu kontrollieren. Um den Materialfluss vom Rohstoff bis zum Endprodukt möglichst effizient zu gestalten, gilt es eine Vielzahl von Faktoren zu berücksichtigen. Dazu zählen beispielsweise Fertigungswege und Mitarbeitereinsatz, rechtliche und ökologische Rahmenbedingungen sowie unterschiedliche Losgrößen und Fertigungstiefen.

  • Entsorgungslogistik

    Die Entsorgungslogistik ist das letzte Glied in der Wertschöpfungskette und beschäftigt sich – wie der Name schon sagt – mit der Vermeidung, Entsorgung und Verwertung von Reststoffen. Und weil Abfälle hierzulande zum Glück nicht mehr einfach irgendwo verklappt, sondern möglichst umweltschonend beseitigt werden, gilt es dabei zahlreiche Vorschriften, Auflagen und Gesetze zu erfüllen.

Künftige Herausforderungen

Überhaupt zählt Umweltmanagement zu einer der größten Herausforderungen, denen sich die Branche heute stellen muss. Einerseits, weil in Zeiten des Klimawandels immer strengere Umweltauflagen gelten und der gesellschaftliche Wertewandel den Blick der Kunden in Sachen Umweltschutz nachhaltig schärft. Andererseits macht sich grüne Logistik aber nicht nur für Natur und Menschen, sondern auch für das Unternehmen selbst bezahlt: Zum Beispiel durch geringeren Treibstoff- und Energieverbrauch, Imagegewinn und volle Auftragsbücher.

Zugleich schreitet die Automatisierung in der Logistik mit großen Schritten voran. Sensorik, Big Data und RFID ebnen den Weg zu smarten und hocheffizienten Prozessen. In vielen Lägern arbeiten inzwischen beispielsweise Roboter Hand in Hand mit ihren menschlichen Kollegen. Laut einer Studie des BIBA – Bremer Institut für Produktion und Logistik GmbH an der Universität Bremen setzen im deutschsprachigen Raum bereits zwei von drei Firmen in der Logistik auf Robotertechnologie. Die intelligenten Maschinen holen benötigte Ware aus dem Regal, helfen beim Be- und Entladen und könnten schon bald auch die Lieferung zum Kunden übernehmen. Erst kürzlich hat die Deutsche Post DHL Group ein entsprechendes Szenario im Rahmen eines Forschungsprojektes getestet – und Pakete den bayrischen Endkunden per sogenannten Paketkopter vollautomatisch zugestellt.

Selbstlernkurs „Einführung in die Logistik“

Grundlagen der Logistik
Grundlagen der Logistik

Du siehst: Logistik ist spannender als ihr Ruf. Aber auch viel komplizierter, als man vermuten würde. Und vor allem: Ein echtes Zukunftsfeld. Nicht nur für Unternehmer und Start-Ups. Logistische Grundkenntnisse helfen dir, dein eigenes Arbeitsumfeld zu optimieren und Verbesserungspotenziale zu erkennen.

Gute Argumente, um dich für unseren Selbstlernkurs „Grundlagen der Logistik“ anzumelden. Er vermittelt dir umfassendes Wissen über die grundlegenden Konzepte und Methoden einer modernen Logistik. Du erfährst, wie die unterschiedlichen Teilbereiche der Logistik ineinandergreifen und was bei der Umsetzung von Logistik-Konzepten bedacht werden sollte.

Der Kurs kostet nur 50 Euro, ist multimedial aufbereitet und findet ausschließlich online statt. Das heißt: Du kannst loslegen wann du willst und dein Lerntempo selbst bestimmen. Für die Lösung der interaktiven Aufgaben erhältst du im Anschluss an den Kurs ein Weiterbildungszertifikat für deine Unterlagen. Du baust dein Wissen über eine der wichtigsten Zukunftsbranchen aus und bringst mit Sicherheit Bewegung in deine Karriere.

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6 Kommentare

  1. Logistik ist ein sehr spannendes Thema und immer wieder aktuell. Es gibt bereits einige gut entwickelte Tools, um die Logistik zu erleichtern. Vor allem die Digitalisierung ist in der Logistik ein hoch aktuelles Thema. Firmen wie Logistiqo, von denen es sogar eine App (http://www.logistiqo.de/app.php) zur Lagerverwaltung gibt, sind die Vorreiter der Branche.

  2. Speditionsunternehmen, v.a. eine internationale Spedition ist sehr tief in die Logistikkette verwickelt. Sie spielen sowohl in der Beschaffungslogistik, als auch bei der Distributionslogistik eine sehr große Rolle. In der Tat läuft nicht viel ohne die Logistik.

  3. Danke für den Beitrag. Mein Bruder hat eine Ausbildung in Logistik gemacht und ich überlege nun auch in einem Transportunternehmen Fuß zufassen. Dieser Artikel, mit der Beschreibung verschiedenster Teilbereiche der Logistik, hat mir sehr geholfen. Ich werde wohl nun etwas mehr Information sammeln, bevor ich eine endgültige Entscheidung treffe.

  4. Die Lektüre die ihr hier Verlinkt ist wirklich empfehlenswert. Transportunternehmen tragen eine große Wichtigkeit in der Wirtschaft und die einzelnen Kernbereiche wie Beschaffung, Distribution und co, können sehr komplex sein aber auch sehr interessant. Ich möchte in der Zukunft in die Entsorgungslogistik und mich für Nachhaltigkeit einsetzen.

  5. Als Insider kann ich nur sagen, diese Branche muss grundlegend reformiert werden. An allen Ecken und Enden herrschen Missstände – angefangen bei den Speditionen, deren (meist osteuropäische) Fahrer schon lange auf dem Zahnfleisch gehen bis hin zu den Paketdiensten bei denen es nicht besser aussieht. Von den Lagerarbeitern großer Konzerne wie Amazon & Co. ganz zu schweigen! Irgendwann fliegt uns das ganze System um die Ohren…

  6. In Ergänzung zu dem, was zur Beschaffungslogistik gesagt wird, möchte ich noch auf die Themen Bestandsmanagement und Bestandsoptimierung hinweisen, die mit der Beschaffung Hand in Hand gehen. Viele Unternehmen verschwenden hier nach wie vor eine Menge Kapital.. Falls jemand mehr dazu lesen möchte, hier eine gute Einführung: Bestandsmanagement-Wiki

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