Träume leben! – Michael ist blind und Autotester

Träume leben

Wenn uns in der Kindheit jemand nach unseren Träumen gefragt hat, dann waren die Antworten immer ziemlich ähnlich: Feuerwehrmann, Pilotin, Sänger oder Löwendomteurin standen ganz oben auf der Liste. Viele dieser Berufswünsche lösten sich zwar mit den Jahren in Luft auf. Trotzdem hat wohl jeder von uns auch heute noch einen großen Traum. Doch der viel zitierte Motivationsspruch „Lebe deinen Traum“ ist leichter gesagt, als getan. Doch wie kann man eigentlich seine Träume leben?

Für unsere „oncampus meets…“-Reihe haben wir unseren Studenten Michael aus Neumünster getroffen. Der 53-jährige hat seit frühester Kindheit nur knapp fünf Prozent seiner Sehkraft und hat sich trotzdem seinen Lebenstraum erfüllt: er testet Luxusautos. Wir erzählen Michaels Geschichte – die Geschichte eines bewundernswerten Mannes, der sich von nichts unterkriegen lässt und immer positiv in die Zukunft schaut. Er zeigt: jeder kann seine Träume leben, wenn man wirklich dafür kämpft!

Kämpfen für ein ganz normales Leben

Michael war gerade einmal sechs Monate alt, als er an einer Gehirnhautentzündung erkrankte. Durch die Krankheit wurde seine Sehnerven so schwer beschädigt, dass ihm auf beiden Augen nur noch ein Sehvermögen von fünf bzw. sieben Prozent geblieben ist.

Doch Michael war schon immer ein Kämpfer. Durch seine Erfahrungen in jungen Jahren merkte er schnell, dass er für seine Träume im Leben kämpfen muss. Für ihn war immer klar, dass er trotz seiner Sehbehinderung ein ganz normales Leben führen möchte: „Ich wollte einfach ganz normal sein und dazugehören und dafür habe ich mich dann eingesetzt.“ Und so entschied er sich bewusst gegen den gut gemeinten Rat von Freunden und Familie, auf eine Blindenschule zu gehen. Auch wenn eine normale Schullaufbahn der schwerere Weg für ihn war: Michael arbeitete hart, machte sein Abitur und studierte.

Träume nicht dein Leben…

Schon immer war Michael fasziniert von luxuriösen Autos. Auch wenn er selbst aufgrund seines geringen Sehvermögens keinen Führerschein besitzt, lies in der Gedanke nicht los. „Was kannst du machen, um an interessante Autos ranzukommen?“, fragte er sich. Eines Abends kam ihm kurz vorm zu Bett gehen eine brilliante Idee. Zwar konnte er Autos nicht probefahren, aber er konnte sie aus der Sicht eines Beifahrers testen.

Michaels Konzept war eines, was es bis dato so noch nicht gab. Er legte es einer Redakteurin vor und die Publikumsreaktionen waren so gut, dass seine Idee in die Tat umgesetzt wurde. Dabei war es Michael immer wichtig, Luxusautos zu testen. „Ich möchte damit Träume verkaufen“, sagt Michael. Die Technik der Autos ist ihm dabei nicht besonders wichtig. Vielmehr geht es Michael darum zu beschreiben, was er bei der Fahrt mit dem Auto empfindet.

Man merkt Michael seine Begeisterung an, wenn er von den Autos schwärmt.

„Es ist einfach schön, so ein Auto ist ein Kunstwerk! […] Der Duft… wenn man die Tür aufmacht und es weht einem der Duft von Leder entgegen. […] Man macht die Tür auf, setzt sich rein und hat einfach puren, unaufdringlichen Luxus. Das ist fantastisch, das ist ein echtes Erlebnis!“

Bei seinem Job macht der Neumünsteraner seinen Nachteil zu einem Vorteil. Durch das geringe Sehvermögen sind andere Sinne bei Michael besonders stark ausgeprägt, so dass er kleine Nuancen wahrnimmt, die sehende Menschen nicht in der Form wahrnehmen. So kann Michael beispielsweise beim Leder der Autositze viele verschiedene Gerüche unterscheiden, die Sehenden oft verborgen bleiben und auch das Gefühl während der Fahrt viel besser beschreiben.

Michael testet pro Jahr etwa sechs bis acht luxuriöse Autos. Seinen alleinigen Lebensunterhalt kann er dadurch zwar nicht bestreiten, aber dennoch genießt er das Privileg, so viele exklusive Wagen testen zu können.

Stillstand heißt Rückschritt

Und auch wenn Michael vollends aufgeht in dem, was er tut. Durch seine Geschichte hat er eine besondere Mentalität entwickelt: Stillstand heißt für ihn Rückschritt. Er ist getrieben von einem ständigen Wissensdurst, will immer Neues lernen und die Zusammenhänge auf der Welt begreifen. Deswegen ist es für den 53-jährigen selbstverständlich, bis zu seinem Lebensende zu lernen.

Trotz seiner starken Kurzsichtigkeit studiert Michael deshalb Medieninformatik bei oncampus. Für ihn ist sein Studium eine Chance, sein Leben und seinen Alltag aufzulockern und bringt ihm viel Spaß. Viel mehr noch: er sieht es als echtes Privileg, lebenslang lernen zu dürfen.  Aufgeben war für ihn noch nie eine Option. Und auch wenn Neugier für Michael eine wichtige Triebfeder in seinem Leben ist, ist er doch vor allem einfach ein Typ Mensch, der auch aus der schwierigsten Situation noch positive Dinge ziehen kann.

Eine bewundernswerte Eigenschaft, die Michael dahin gebracht hat, wo er heute ist und um die ihn viele Menschen beneiden. Wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hat, kämpft er darum, sein Ziel zu verwirklichen und gibt nicht auf, bis er es erreicht hat.

Michael ist ein durch und durch lebensfroher Mensch:

„Ich finde das Leben einfach schön. Ich finde es vielfältig, bunt und genieße es und entdecke jeden Tag neue, spannende, schöne Sachen!“

Träume leben: Never stop dreaming!

Menschen wie Michael sind eine große Inspiration für uns alle. Denn seine Geschichte zeigt: man kann seine Ziele erreichen, wenn man dafür kämpft. Egal, welche Steine dir in den Weg gelegt werden: Lass‘ dich nicht unterkriegen und versuche in jeder Situation das positive zu sehen!

Auch der berühmte Physiker Stephen Hawking hat es trotz seiner schweren Krankheit ALS weit geschafft und veröffentlichte bis zu seinem Tod im März 2018 bedeutende Arbeiten zu Themen wie Kosmologie, zur allgemeienen Relativitätstheorie und zu schwarzen Löchern.

Du siehst also: du kannst alles erreichen, wenn du nur damit anfängst und bereit bist zu kämpfen! Genau jetzt ist der richtige Moment um deine Träume zu leben!

Geht ja doch!

Wenn du Unterstützung dabei brauchst, um deine Träume zu leben, haben wir genau den richtigen Kurs im Angebot. In ihrem e-Coaching „Geht ja doch!“ zeigt Cordula Nussbaum den Teilnehmenden in ihrem 12-Wochen Programm auf praktische Art, wie das gehen kann.

Am Ende sollen die Teilnehmenden ein eigenes „Geht ja doch“-Projekt finden, das sie in den kommenden Jahren realisieren wollen.

Bei einer Teilnehmerin war dies die Gründung eines eigenen Unternehmens, bei einem anderen Teilnehmer ein Jahr Auszeit, in dem er eine Weltreise gemacht und daraus ein neues Business entwickelt hat.

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