Die digitale Gesellschaft: Ein Überblick über alle wichtigen Begriffe der Digitalisierung

Digitalisierung Begriffe

Das Internet der Dinge? Digitale Gesellschaft? Blockchain? Wenn du jetzt nur Bahnhof verstehst, mach dir keine Sorgen. Die meisten Menschen wissen nicht wirklich, welche Definition und Bedeutung hinter den neusten technologischen Begriffen stecken. Trotzdem hört man in den Medien immer öfters von diesen Begriffen der Digitalisierung. Sie tauchen in den Tageszeitungen, Tagesshows, Werbungen und Werbeplakaten auf. Die Entwicklung der Technologien nimmt rasant zu und damit auch die neuen Fachvokabeln zum Thema Digitalisierung. Doch warum ist es wichtig immer auf dem Laufenden zu bleiben? Und welche Begriffe solltest du auf jeden Fall kennen, um mit der digitalen Gesellschaft Schritt halten zu können? Wir zeigen es dir!

Digitale Gesellschaft: Ohne das Internet geht es nicht mehr

Wir kennen es wohl alle: Wir sind irgendwo unterwegs und plötzlich hat man keinen Empfang mehr. Bei immer mehr Menschen führt dieses „Abgeschnitten sein“ zu Nervosität und Unwohlsein. Man könnte ja etwas verpassen in der sich schnell drehenden Welt des Internets. Ob bei der Arbeit, beim Warten an der Kasse oder abends auf der Couch – unser Smartphone ist meistens nur eine Armlänge entfernt und schläft nicht selten neben uns auf dem Kopfkissen. Tatsächlich gaben in einer Studie aus dem Jahr 2016 73 Prozent der Befragten an, dass sie sich ein Leben ohne Internet nicht mehr vorstellen können.

Infografik: Ohne WWW geht es nicht mehr | Statista Mehr Infografiken findest du bei Statista

Und die Internetnutzung nimmt jedes Jahr immer weiter zu, wie eine Studie von Statista zeigt. Während es 2016 noch 58 Millionen Internetnutzende in Deutschland waren, ist diese Zahl 2018 bereits auf 63,3 Millionen gestiegen.

Was dieser digitale Wandel mit unserer Gesellschaft macht, wird seit 2013 regelmäßig durch die Initiative D21 untersucht. Jedes Jahr erfasst sie ein ausführliches Lagebild zur digitalen Gesellschaft in Deutschland und zeigt damit, wo wir gerade stehen und gleichzeitig auch um abzuschätzen, welche Entwicklungen zukünftig wichtig sein werden. Das Ziel dieses größten gemeinnützigen Netzwerks für die Digitale Gesellschaft ist es, die Zukunft unserer digitalen Gesellschaft sinnvoll zu gestalten und weiter zu entwickeln.

Wir haben die neueste Studie der Initiative D21, den „Digital Index 2018/2019“ mal genauer unter die Lupe genommen und ein paar der wichtigsten Ergebnisse für dich zusammengefasst.

Die Digitalisierung auf dem Vormarsch

Jedes Jahr ermittelt die Studie einen Digital-Index, der den Digitalisierungsgrad der deutschen Gesellschaft auf einer Skala von 0 bis 100 Punkten abbildet. Dieser wird aus insgesamt vier Komponenten gebildet: Zugang, Nutzungsverhalten, Kompetenz und Offenheit. Die vier Säulen werden bei der Berechnung des Digital-Index unterschiedlich gewichtet, wie du in der unten stehenden Grafik erkennen kannst.

Im der aktuellen Studie liegt der Digital-Index bei 55 – er ist im Vergleich zum Vorjahr um 2 Punkte gestiegen und liegt damit auf dem bisherigen Höchstniveau. Zu verdanken ist diese Zunahme hauptsächlich der besseren technischen Ausstattung in der Gesellschaft. Besonders das Smartphone wird immer beliebter: Drei Viertel der Menschen ab 14 Jahren in Deutschland besitzen eins, während das herkömmliche Mobiltelefon immer weiter ausstirbt. Ein Anstieg um fünf Prozent im Vergleich zu 2017 ist auch bei sogenannten Smart-TVs zu erkennen, auch wenn diese mit 23 Prozent noch vergleichsweise gering verbreitet sind.

Die Fachbegriffe aus der digitalen Welt

Fakt ist: Die Digitalisierung schreitet mit großen Schritten voran. Ständig kommen neue Entwicklungen auf den Markt und in der Presse ist von immer mehr Themen zu lesen. Von Cloud, Darknet, E-Health, Big Data, Blockchain oder Künstliche Intelligenz hat bestimmt schon jeder von uns zumindest schon einmal gehört. Doch könntest du genau erklären, was die einzelnen Begriffe bedeuten? Nein? Dann bist du laut der Digital-Index-Studie nicht allein: Die Mehrheit der Deutschen kennt wichtige Fachbegriffe aus der digitalen Welt nicht. Während zumindest mehr als die Hälfte der Befragten noch angaben, die Begriffe Cloud (57 %), Darknet (52 %) und Künstliche Intelligenz (52 %) erklären zu können, liegt der Prozentsatz beispielsweise bei Big Data, E-Health und Industrie 4.0 bei unter 20 Prozent.

„Damit können viele Menschen dem öffentlichen Diskurs über technologiegetriebene aktuelle und künftige Entwicklungen nur eingeschränkt folgen, beispielsweise in der Arbeitswelt, in der Medizin oder in häuslichen Anwendungen.“

D21-Digital-Index 2018/2019

Noch erschreckender werden diese Zahlen, wenn – wie bei der Digital-Index-Studie geschehen – genauer nachgefragt wird. Alle Befragten, die angaben, die Begriffe erklären zu können, sollten im nächsten Schritt der Befragung aus vier Antwortmöglichkeiten die richtige Antwort auswählen. Statt der vorher ermittelten 52 Prozent wussten dann nur noch 34 Prozent der Befragten, was Künstliche Intelligenz genau bedeutet. Es kann also davon ausgegangen werden, dass die Kompetenzen der Bevölkerung noch unter den oben angegebenen Werten liegen.

Dieses Phänomen entsteht dadurch, dass wir jeden Tag in den Medien von diesen Begriffen lesen und hören. Dies führt zu einem Gefühl der Vertrautheit und dazu, dass wir meinen, die Begriffe zu kennen. Stattdessen haben die meisten Deutschen nur ein grobes Verständnis für die richtige Bedeutung.

In diesem Blogartikel erklären wir dir daher sechs Begriffe der Digitalisierung, die dir in Zukunft definitiv häufiger begegnen werden.

Big Data – Die große Sammelwut

Big Data bedeutet übersetzt „große Daten“ – und davon werden weltweit jeden Tag Millionen erhoben. Und zwar in allen Bereichen unseres Lebens: im Internet, beim Zahlen mit Kunden- oder Bankkarten, in den sozialen Medien, von Überwachungssystemen, Smartphones, Fitnesstrackern, in Smart Homes, in Behörden und Unternehmen und, und, und… Da kommt eine ganz Menge zusammen – und es werden jeden Tag mehr.

Klar, dass diese Daten für Wirtschaft und Staat hochinteressant sind. Der Wirtschaft helfen diese wertvollen Einblicke dabei, die Interessen von Privatpersonen besser zu verstehen. So können beispielsweise das Kaufverhalten analysiert und personenbezogene Profile generiert werden. Diese Informationen helfen wiederum dabei, die Produktion in der Industrie zu optimieren und Märkte durch Vorausberechnungen besser zu planen und zu steuern.

Doch nicht nur in der Wirtschaft gibt es großes Potenzial. Auch der Staat versucht mittels Big Data  Fortschritte zu erlangen. So können Behörden und Geheimdienste Abweichungen und Auffälligkeiten aufspüren, die Kriminelle und Terroristinnen und Terroristen enttarnen können. So startete die Polizeibehörde bereits im Jahr 2015 die Software PRECOBS. Hierbei wurde die Wirksamkeit von Predictive Policing getestet: Sprich, der vorhersehbaren Polizeiarbeit. Die Software analysiert hierbei Informationen, die eine eventuell auftretende Straftat vorhersagt.

Doch um diese Daten sinnvoll nutzen zu können, müssen die Daten erst einmal ausgewertet und aufbereitet werden. Und genau hier liegt die Herausforderung: Denn es ist nahezu unmöglich, diese riesigen Datenmengen mit den herkömmlichen Datenverarbeitungsmethoden auszuwerten. Die Herausforderung der Zukunft wird es also sein, leistungsfähige IT-Lösungen und Systeme zu entwickeln, die genau das ermöglichen.

Dass die große „Daten-Sammellust“ nicht nur Vorteile mit sich bringt, liegt auf der Hand. Kritische Stimmen sprechen immer wieder von einem „Überwachungskapitalismus“. Vor allem der Aspekt des Datenschutzes ist ein immer wieder diskutiertes Thema und flammt gerade bei sogenannten Datenskandalen immer wieder auf.

Blockchain – Der große Hype der Tech- und Finanzwelt

Die Blockchain soll unseren Alltag zukünftig maßgeblich verändern – trotzdem geben gerade einmal 11 Prozent der Befragten in der D21-Studie an, in etwa die Bedeutung zu kennen. Zeit, um diese innovative Technologie mal genauer vorzustellen.

Ganz einfach gesagt, ist die Blockchain eine Kette von digitalen Datenblöcken, wie das unten verlinkte ARD-Video anschaulich erklärt. In jedem dieser Blöcke sind Transaktionen zusammengefasst, wie beispielsweise eine Online-Bestellung oder eine Überweisung. Diese Ketten sind auf vielen Rechnern gespeichert, die dezentral vernetzt sind – auf jedem Rechner findet man also dieselbe Datenkette mit haargenau den gleichen Informationen. Möchte man diese Daten an einem Rechner ändern, ist das unmöglich – denn alle Ketten überwachen sich gegenseitig und die manipulierte Kette würde ausgeschlossen werden, während die andere zuverlässig weiterarbeiten. Es bedarf also keiner zentralen Kontrollinstanz.

Besonders im Bitcoin-Bereich wird Blockchain schon genutzt und auch viele andere Branchen wie z. B. Energieversorger oder die Deutsche Bahn forschen bereits an diesem Thema. Und auch in Zukunft wird die Technologie die verschiedensten Bereiche unseres Lebens beeinflussen. So wird es zum Beispiel zukünftig möglich sein, dass Autos beim parken auf einer Parkfläche automatisch die Parkgebühr zahlen. Kontrolleurinnen und Kontrolleure würde das überflüssig machen. Auch in der Wirtschaft kann die Blockchain viele Prozesse vereinfachen. Kommt beispielsweise ein voll beladener LKW in einer Firma an, kann in der Blockchain hinterlegt sein, dass der Betrag für die Waren direkt beim Scannen des Barcodes überwiesen wird.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Mit Hilfe von Blockchain können Prozesse zukünftig vollautomatisch und sicher abgewickelt werden, ohne dass es einer weiteren Kontrollinstanz bedarf. Daraus ergibt sich jedoch auch ein großer Nachteil, denn viele Jobs wird die Blockchain überflüssig machen.

Möchtest du noch mehr über Blockchains erfahren, können wir dir diesen Beitrag des technischen Experten Jamie Skella empfehlen, der empfiehlt, man solle sich eine Blockchain wie ein Kassenbuch vorstellen.

Bots, unsere kleinen Helfer

Der Begriff Bot leitet sich vom englischen Wort „robot“ ab. Bots sind Computerprogramme, welche bestimmte Aufgaben übernehmen und diese automatisiert und selbstständig ausführen. Häufig werden diese Aufgaben auch wiederholt. Bots kommen in den verschiedensten Bereichen zum Einsatz. So können sie zum Beispiel menschliche Spielerinnen und Spieler in Computerspielen ersetzen, so dass man auch ohne ein reales Gegenüber spielen kann. Eine wichtige Rolle spielen auch sogenannte Webcrawler-Bots – sie „scannen“ automatisch Webseiten nach Inhalten und bestimmen mit den gewonnenen Informationen, an welcher Stelle der Suchmaschinenergebnisse die Webseite gelistet wird.

Der Chat-Bot Hilfe-Heidi unterstützt auf oncampus

Auch Chat-Bots sind eine nützliche Entwicklung, die auf immer mehr Webseiten und in sozialen Netzwerken Einzug findet. Sie unterstützen den Kundenservice und können häufig gestellte Fragen teilweise allein beantworten. Auch wir haben auf www.oncampus.de unseren Chatbot „Hilfe-Heidi“, der Nutzerinnen und Nutzern bei der Suche nach Antworten weiterhilft. Wenn sie einmal nicht weiter weiß, leitet Heidi dann aber an unsere menschlichen Expertinnen und Experten vor Ort weiter.

Doch es gibt nicht nur „gute“ Bots, denn diese Technologie kann auch negativ eingesetzt werden. Sogenannte Spam-Bots senden beispielsweise Spam-E-Mails an unzählige E-Mail-Adressen. Und auch Trojaner oder Malware sind Beispiele für Bots.

Wenn der Arztbesuch überflüssig wird: E-Health

E-Health steht für Electronic Health und beschreibt das Zusammentreffen von Internet und Medizin. Nach vielen wichtigen Erfindungen in der Geschichte der Medizin sehen Expertinnen und Experten E-Health als den nächsten großen Meilenstein an. Ziel ist es, digitale Technologien zu nutzen, um die Vorbeugung, Diagnose, Behandlung, Überwachung und Verwaltung im Gesundheitswesen zu unterstützen.

Gerade in ländlichen Gebieten mit großem Mangel an ärztlichem Fachpersonal hat E-Health großes Potenzial. So können beispielsweise telemedizinische Behandlungen per Videochat eine bessere medizinische Versorgung der Bevölkerung sicherstellen. Unterstützen kann dabei das sogenannte Telemonitoring, ein Teilbereich der Telemedizin. Mit dessen Hilfe können Vitalwerte wie Blutdruck oder die Ergebnisse eines EKGs drahtlos an Praxen oder Krankenhäuser übermittelt werden. Das entlastet nicht nur ärztliches Personal und Pflegepersonal, sondern ermöglicht auch eine schnellere Hilfe, weil Änderungen schnell erkannt werden können.

Die Gesundheitsdaten von Patientinnen und Patienten sollten zukünftig nicht mehr in einzelnen Akten verwaltet werden, sondern zentral und elektronisch gespeichert sein. So erhalten behandelnde Ärztinnen und Ärzte umfassende Gesundheitsinformationen und können eine effizientere Behandlung sicherstellen. Dies ermöglicht zum Beispiel auch den Austausch unter kooperierenden Krankenhäusern.

Die Zukunft mit Industrie 4.0

Der Begriff Industrie 4.0 geht auf ein Zukunftsprojekt der deutschen Bundesregierung zurück, dessen Ziel eine intelligente Fabrik ist, die wandlungsfähig und effizient arbeitet. Gerne wird auch von der vierten Industriellen Revolution gesprochen. Ziel ist es, die industrielle Produktion umfassend zu digitalisieren und mit modernen Informations- und Kommunikationstechniken zu verzahnen. Dabei sollen Menschen, Maschinen und Produkte direkt miteinander vernetzt sein, um den Produktionsprozess so reibungslos, effizient und nachhaltig wie möglich zu gestalten.

So können sich Maschinen beispielsweise automatisch auf die individuellen Einstellungen eines Arbeitenden einstellen und so die Vorbereitungszeit und Fehlerquote verringern. Auch die automatische Bestellung von neuen Teilen klappt in der Industrie 4.0 und ermöglicht so eine effizientere Planung und Lagerung. Die Industrie 4.0 steckt noch in den Kinderschuhen und wir können auf weitere spannende Entwicklungen gespannt sein!

IoT – „Das Internet of Things“

Das „Internet der Dinge“ ist noch ein Digitalisierungs-Begriff, der in den Medien immer wieder auftaucht. Das Ziel ist es, die reale und die virtuelle Welt miteinander zu verknüpfen und so unser Leben zu vereinfachen und ökonomischer zu machen.

So können sogenannte Smart Homes beispielsweise schon heute automatisch die Haustür verschließen, sobald man das Haus verlässt. Hightech-Kühlschränke können erkennen, wenn ein Produkt zur Neige geht und automatisch Nachschub bestellen. Per Smartphone kann man auch schon heute die Heizung zu Hause von unterwegs regulieren. Und auch die Waschmaschine kann uns bald per Push-Nachricht aufs Handy Bescheid geben, wenn es Zeit zum Wäsche aufhängen ist. Und wäre es nicht toll, wenn unser Auto uns zukünftig selbstständig zum nächsten freien Parkplatz navigiert und wir uns die lästige Suche ersparen könnten?

Doch auch in größerem Stil kann das IoT genutzt werden. So soll es zukünftig Straßenbeleuchtung geben, die sich automatisch dimmt, wenn niemand auf der Straße unterwegs ist, um so Energie zu sparen. Und auch unsere Pakete können wir längst bequem vom heimischen Rechner aus tracken und so ziemlich genau voraussagen, wann sie bei uns eintreffen.

Digitalisierung: Auf in die Zukunft!

Wir hoffen, dass wir mit der Klärung dieser wichtigen Digitalisierungs-Begriffe etwas Licht in das Dunkel bringen konnten. Die sechs Entwicklungen, die wir die hier kurz vorgestellt haben, stehen nur beispielhaft für viele spannende Innovationen, die derzeit und zukünftig die Art und Weise, wie wir leben und arbeiten, nachhaltig verändern werden.

Um nicht den Anschluss zu verlieren, versuche regelmäßig auf dem neusten Stand zu bleiben, was die neusten Entwicklungen angeht. Nur so bist du immer up to date und kannst die technischen Innovationen für dich gewinnbringend nutzen!

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